Anna Lena, 20: Vollnarkose, alle 4 WZ, sehr ausführlich (Bericht eines Angstpatienten) | Weisheitszahn-OP.de

Anna Lena, 20: Vollnarkose, alle 4 WZ, sehr ausführlich (Bericht eines Angstpatienten)

Anna Lena, 20: Vollnarkose, alle 4 WZ, sehr ausführlich (Bericht eines Angstpatienten)

Hallo Zusammen,
da mein ganz persönlicher Horror auch schon/erst 5 Tage her ist, weiß ich ganz genau, wie es den meisten hier geht, die sich auf der Seite herumtreiben.
Vorab möchte ich schon mal sagen, dass ich unter einer sehr starken Zahnarztphobie leide und darüber hinaus auch noch andere Angstzustände habe.

Mein Dilemma hat vor ca. 2 Wochen als leichter Druck im rechten Oberkiefer angefangen. Als nach einigen Tagen der Schmerz immer schlimmer wurde bin ich ab zum Zahnarzt, Diagnose: Weisheitszähne. Es war zu erwarten, da mein Zahnarzt mir dies schon prophezeit hat mit den Worten: „Mit ihren Weisheitszähnen werden sie noch einiges an Freude haben“. Nach dem Termin hatte ich schon einen Nervenzusammenbruch, wie seit Ewigkeiten nicht mehr und die liebe Sprechstundenhilfe kündigte mich bereits als Angstpatient an. Sehr schön, zwei Tage später war dann der Termin beim Kieferchirurgen.
Schließlich saß ich dann zwei Tage später vor der Zahnärztin und brach erneut in Tränen aus, Zitat von ihr: „Unter den Umständen können wir es nie im Leben lokal machen, sie müssen in ein Krankenhaus“. Gut, die Auswahl bestand aufgrund meines Wohnortes zwischen München und einem anderen Klinikum und ich bin dann also nach München gleich am nächsten Tag in die Ambulanz.
In der Ambulanz waren die Leute auch wirklich wahnsinnig nett zu mir, von der Sekretärin über die Sprechstundenhilfe haben sie mich alle toll behandelt und waren verständnisvoll zu mir. Auch die Zahnärztin war eine ganz liebe und so hatte ich dann schon 2 Tage später den Termin für OP mit Vollnarkose, weil sie mir auch gesagt hat, dass Lokal bei mir unter gar keinen Umständen geht.

Soweit so gut. Da stand ich also 2 Tage später in der Station, wo ich mich melden sollte und war mit den Nerven eh schon komplett am Ende. Leider waren einige Personen auf der Station überhaupt nicht auf Angstpatienten eingestellt und so wurde ich eher als lästig empfunden. Das hat die ganze Situation noch viel schlimmer gemacht für mich und ich habe die ganzen Stunden vor der OP nur geheult. Dann hat mich auch ein sehr unsensibler Pfleger in den OP gefahren und mir durch die Blume gesagt, dass ich mich nicht so anstellen soll und froh sein soll, dass ich Vollnarkose bekomme und dass Andere nicht hätten usw., brauch ich nicht weiter zu sagen, hat meine Panik noch weiter bis ins Unermessliche gesteigert. Im OP lag ich dann und habe plötzlich angefangen wütend zu werden, weil jeder versucht hat, mein Problem herunterzuspielen! Ich habe auch hier mich nicht besonders ernst genommen gefühlt, was vermutlich das größte Problem von allem war. Schließlich kam (endlich) mein süßer Anästesist, der mich ernst genommen hat und mir gleich Dormicum gespritzt hat. Er fragte mich noch, ob ich die Welt schon rosa sehen würde und da meinte ich nur ganz nüchtern: „Ich seh die Welt wie sie ist, da ist nichts rosa oder so einen Dreck“ 🙂 (jaa vielleicht war ich kein einfacher Patient, aber damit müssen professionelle Menschen im Krankenhaus wohl auch umgehen können, oder? 😀 ) Nachdem ich das gesagt hab, war ich weg und bin erst im Aufwachraum zu mir gekommen, wo auch eine sehr süße Schwester auf mich aufgepasst hat. Ich war sehr redselig und fingen ein bisschen an zu quatschen, nach einer Stunde bin ich dann rauf auf mein Zimmer, Kühlmaske auf und hinlegen. Diese Maske war das schönste Gefühl überhaupt, weil meine Backen schon kurz danach wahnsinnig dick waren 😀

Ich wurde frühs operiert und bin schon am Abend wieder herausgekommen, aber hier muss ich kurz erläutern, wieso. Am Liebsten wäre ich noch eine Nacht dringeblieben aber die o.g. einigen Menschen haben mich noch nach meiner OP nicht richtig ernst genommen und da wollte ich dann unter gar keinen Umständen bleiben. Und hier ein TIPP: Wenn ihr es nicht mit unsensiblen Pflegern wie ich zu tun hattet, bleibt am Besten die erste Nacht in eurem schönen Krankenhausbett, denn die erste Nacht war der absolute HORROR. Ich konnte überhaupt nicht schlafen und habe ständig Blut und Schleim gespuckt. Am nächsten Morgen musste ich mir gleich Ibu 600 reinhauen, weil ich es überhaupt nicht ausgehalten habe und habe gleich danach Antibiotika genommen, weil meine Kieferhöhle durch das Ziehen der Zähne oben offen war (hört sich schon so toll an, fühlt sich sogar noch schlimmer an :D). Ich beschreibe mal die Tage nach der OP: ständig Blut und Schleim spucken, Kotzen wegen dem Antibiotika und den Schmerzis, ständige Weinkrämpfe wegen der Schmerzen, Schlaflose Nächte, sehr schlechte Laune, weil ich nichts beißen konnte/kann, riesige Backen…

Jetzt nach 5 Tagen ziehe ich folgende Bilanz:
– eine noch dick geschwollene Backe und eine etwas weniger geschwollene Backe
– kein Blut mehr gespuckt, hin und wieder etwas Schleim
– nach wie vor eine sehr raue Stimme (vermutlich wegen dem Tubusschlauch)
– immer noch kein direktes Kauen möglich
– der Kiefer geht noch nicht ganz auf
– Schmerzen sind mit Schmerztabletten immerhin im Rahmen zu halten

Ein kurzes Wort an alle Angstpatienten: ja, es wird leider schmerzhaft, aber wenn ihr an die richtigen Menschen kommt, dann ist das alles halb so wild. Ich hab vor der OP sogar noch meine Beruhigungstabletten nehmen dürften (was bei mir jetzt nicht besonders viel geholfen hat^^) und seid einfach offen und ehrlich zu euren behandelnden Ärzten und sprecht ganz OFFEN über eure Panik und löchert sie alle aus, wie was genau abläuft und was das dann bedeutet, Ehrlichkeit ist hier am Wichtigsten. 🙂 Es bringt niemandem was, auf mutig zu tun, Angst ist ganz normal bei sowas, steht dazu 🙂

Als Abschluss möchte ich noch kurz etwas loswerden an alle: wenn ihr es irgendwie nervlich schafft, dann macht es lokal und 2×2 und nicht alle vier auf einmal. Man weiß überhaupt nicht wo man anfangen soll zu kühlen und dieses Gefühl, dass man im Gesicht geschwollen ist wie ich aufgeblasenes Luftkissenboot ist nicht unbedingt besonders toll^^ Alle in meinem Umfeld haben 2×2 gemacht und um einiges weniger Probleme gehabt, als ich jetzt. Nach 5 Tagen kann ich immer noch nichts festes essen und nicht kauen. Bei 2×2 hat man wenigstens manchmal noch die Möglichkeit auf einer Seite noch normal essen zu können aber bei allen 4 auf einmal besteht diese Möglichkeit absolut nicht. Überlegt es euch gut 🙂 ich musste leider alle 4 auf einmal machen, da ich ab Ende September studiere und ich den Mist hinter mir haben sollte, aber ich empfehle es hiermit absolut nicht. Die OP war zwar dadurch nicht schlimm, weil ich nichts mitbekommen habe aber die Schmerzen danach, die wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind.



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