Annika, 22: Die Angst vor der OP ist unberechtigt | Weisheitszahn-OP.de

Annika, 22: Die Angst vor der OP ist unberechtigt

Annika, 22: Die Angst vor der OP ist unberechtigt

Hallo ihr Lieben, die ihr jetzt hier auf meinen Erfahrungsbericht gestoßen seid.
Wie auch ihr habe ich damals vor meiner Weisheitszahn-OP Stunden im Internet verbracht, um die Berichte durchzulesen. Und oft las man dort solche Horrrorgeschichten, in denen die Rede davon war, dass man eine Weisheitszahn-OP niemals ohne Vollnarkose machen sollte und dass man über eine Woche lang flach liegt. Ganz ehrlich: Es mag wohl solche Fälle geben – aber es sind Einzelfälle! Und deshalb erzähle ich euch jetzt von meiner OP – denn die Zähne gezogen zu bekommen, das ist gar nicht so ein Drama, wie auch ich früher dachte.

Ehrlich gesagt: Ich habe meine OP über zwei Jahre hinausgezögert. Ich hatte noch nie Probleme an den Zähnen gehabt, hatte keine Zahnspange tragen müssen und nichts. Deshalb haben mich Zahnarztbesuche nie nervös gemacht. Außer die, an denen überprüft wurde, ob meine Weisheitszähne entfernt werden müssten. Genügend Platz für sie war da, nur leider lagen sie so schief, dass sie die anderen Zähne verschieben würden. Und das durfte ich dann irgendwann aufgrund von Druck in den Schneidezähnen spüren. Das war für mich der Moment, in dem ich mich dazu entschieden habe, sie rausmachen zu lassen.

Tipp Nr. 1: Wenn ihr wisst, dass sie raus müssen, macht es direkt. Wartet nicht noch so lange, bis es unangenehm wird.
Also: Zum Zahnarzt gefahren, er hat noch einmal ein neues Röntgenbild gemacht und ich bekam meinen Termin in drei Wochen. Die Panik war groß, vor allem, weil ich noch nicht wusste, ob alle vier gezogen werden würden. Tipp Nr. 2 (von Mutti): Verzichtet auf die Vollnarkose. Sobald der Patient schläft und die Ärzte nicht mehr darauf achten müssen, ob ihre Patienten Schmerzen haben, werden sie gröber und unvorsichtiger. Das ist zumindest eine These – und ich kann sie nur in so weit bestätigen, als dass mein Zahnarzt sehr vorsichtig war, weil ich nur die örtliche Betäubung gewählt habe.
Aber bleiben wir beim Thema: Der Termin rückte an und ich fuhr zum Zahnarzt. Wichtig: Nehmt jemanden mit, bzw. lasst euch fahren. Erstens fühlt man sich sicherer, wenn man eine weitere Person dabei hat, zweitens sollte man nach der Spritze nicht selber fahren.

Als ich dann beim Zahnarzt war, erfuhr ich, dass alle vier Zähne raus sollten und ich entschied mich dafür, dann auch wirklich alle vier auf einmal rauszunehmen, damit ich dann auch nur ein Mal die Probleme habe – und nicht zwei Mal. Gesagt, getan, ich wurde über die Risiken aufgeklärt (Kieferbruch etc.) und dann kam auch schon die Spritze. Und lasst euch gesagt sein: Ich habe schon als kleines Kind Spritzen gehasst. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und dementsprechend war ich auch arg angespannt, als mein Zahnarzt mir die Spritze oben rechts in den Mund einführte. Er redete mit mir, ich spürte einen leichten Druck, ein minimales Ziehen – und er erklärte mir, dass die Spritze schon angesetzt sei und er nun langsam die Dosis einspritzen würde: Tipp Nr. 3: Sucht euch einen Zahnarzt, der sich Zeit dafür nimmt! Die Spritzen können nämlich fast schmerzlos angesetzt werden. Der Tipp meines Zahnarztes war: Zuerst den Oberkiefer betäuben, da es dort schmerzloser geht, dann erst mit dem rechten Unterkiefer weitermachen, weil die Betäubung dort auch langsam anfängt zu wirken und die Spritze dort also ebenso schmerzlos reingeht. Dann hat man Zahnarzt erst die Zähne aus der rechten Wange entfernt und danach den Zahn links oben, bevor er unten links gespritzt und dann nochmal gut fünf Minuten gewartet hat, damit dort die Betäubung eingesetzt und auch nicht schon vorher nachgelassen hat, wähend er sich um die anderen Zähne kümmerte.

Kurz noch einmal zusammengefasst: Die Spritzen waren nicht schlimm. Und das Schlimmste an der OP? Das war das Geräusch, das man vernommen hat, während mein Zahnarzt an den Zähnen herumgespachtelt hat. Meine Zähne waren alle noch nicht rausgekommen und mussten deshalb von ganz unten herausgehebelt werden. Und das Geräusch von Metall, das an einem Zahn kratzt – das war für mich das Schlimmste. Ob ich davon etwas gespürt habe? Den Druck, den mein Zahnarzt ausgeübt hat, ja. Aber Schmerzen? Fehlanzeige. Und das trotz eines wundervollen rechts-unten Weisheitszahn, dessen zwei Wurzeln versetzt und wie Angelhaken aufgebaut waren. Es ging alles reibungslos über die Bühne. Und dann? Dann war ich auch schon in weniger als 40 Minuten fertig. Tipp Nr. 4: Nach der fertigen OP muss man viel Wasser trinken, damit die Betäubung irgendwann nachlässt. Nutzt dazu einen Strohhalm – denn eure Lippe fühlt sich an, als wäre sie einen halben Meter dick. Und das Wasser läuft euch sonst in den Ausschnitt.
Ja und nach der OP? Ich bekam Ibuprofen 600 & Novalgin-Tropfen verschrieben und habe mir selber noch Arnica D6 (Homöopathische Arzneimittel) besorgt. Die Schmerzmittel habe ich dann gut eine Stunde vor dem Abklingen der Betäubung eingenommen, die Arnica-Kügelchen etwa jede Stunde und die Tropfen zwei Mal am Tag: Tipp Nr. 5: Legt euch an diesem Tag ruhig auf die Couch, besorgt euch einen Serien-Marathon oder schaut euch alle Herr der Ringe-Filme an. Und habt genügend Kühlakkus (bitte in Verbindung mit einem Geschirrhandtuch o.ä.) da, um regelmäßig wechseln zu können, während ihr eure Wangen kühlt.
Und was ihr nach der OP essen könnt? Mein Zahnarzt meinte, dass ich aufgrund der antibakteriellen Blättchen im Mund eigentlich alles essen dürfte. Allerdings war mir das doch nicht so geheuer – und ich wollte mich an der Suppe versuchen und bekam direkt mal die Krise. Jetzt die ganze Zeit Suppe essen? Nein! Also habe ich mir Spaghetti gekocht (wirklich weich gekocht) und eine leichte Tomatensoße drangetan. Die Spaghetti in kleine Stückchen geschnitten, das Ganze ein wenig abkühlen lassen und von der Gabel runtergesogen und ab damit den Rachen runter. Die Nudeln noch zu kauen, das habe selbst ich mich nicht getraut. Und das Resultat der Nudelgeschichte? Ein ordentlich gefüllter Magen, der mich nicht die ganze Zeit angeknurrt hat – und am nächsten Tag weder Eiter in der Wunde, noch eine Entzündung. Was kann man mehr wollen?
Nunja … man konnte am zweiten Tag nach der OP etwas anderes essen wollen als Nudeln. Und das tat ich auch. Ich hatte es geschafft, trotz vierfacher Ziehung auf der linken Seite ohne Schwellung zu bleiben, während die rechte Seite (mit dem Angelhaken-Zahn) doch leicht angeschwollen war und man einen dezenten Blauschimmer erkennen konnte. Und ich dachte mir: Na und? Gehst du mit deiner Freundin einen Burger essen. Und damit meine ich nicht McDonalds oder Burger King Burger. Ich meine einen richtigen! Und was war? Meine anderen Zähne schienen anfangs ein wenig skeptisch, wirkten sie doch ein wenig unbenutzt. Aber selbst den Burger konnte ich ohne Probleme essen – natürlich auch in kleinen Häppchen. Und am dritten Tag? Hatte ich immer noch keine Entzündung oder Eiter, trotz Burger.
Und genau deshalb sprang ich dann an diesem Tag auch als Vertretung beim Kellnern für eine Kollegin ein. Tipp Nr. 6: Auch wenn mir das nicht so viel ausgemacht hat – vermeidet so etwas bitte. Das kann auch dann, wenn man sich gut fühlt, leicht dazu führen, dass man sich verausgabt. Aber an Tag Vier einen Döner zu essen und dann abends tanzen zu gehen? Das war auch kein Problem. Ihr seht: Ja, man sollte sich an verschiedene Richtlinien halten, aber man darf, wenn man sich traut, ruhig ein wenig mutig sein und selbst etwas ausprobieren: Tipp Nr. 7: Reden und den Mund bewegen hilft gegen Schwellungen am Mund, auch wenn es anfangs leicht schmerzhaft ist. Durch die Bewegung wird der Bluterguss weiter verteilt und konzentriert sich nicht mehr nur auf einen Flecken. Größere Flächenabdeckung = weniger konzentrierter Schmerz = kein Problem beim Bewegen der Kauleisten.
Was soll ich jetzt noch erwähnen? Ich glaube, die einprägsamsten Ereignisse habe ich euch mitgeteilt. Und ja – das ist alles echt passiert. Auch das mit dem Burger und dem Döner.
Ich weiß, dass ich (und auch die anderen hier) euch die Angst vor der OP nicht nehmen können. Aber stellt euch einfach, während ihr die Spritze bekommt, eine hamsterbackenförmige, junge Frau vor, die genüsslichn ihren Burger kaut. Und vielleicht muntert euch das dann ein wenig auf & ihr werdet selber merken, dass eine Weisheitszahn-OP nicht einmal halb so schlimm ist wie das, was man behauptet. 🙂

Ich wünsche euch eine komplikationslose Operation! 🙂



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