Denise, 15: Alles halb so wild!

Denise, 15: Alles halb so wild!

Hallo ihr Lieben!
Sorry für den langen Text, ich habe versucht alles so genau wie möglich zu beschreiben. Nur soviel vorab, das ganze ist halb so wild, ihr braucht wirklich keine Angst haben!

Alles fing damit an, dass ich bei einer ganz normalen Kontrolle bei meinem Zahnarzt war. Das Üblich halt, bevor ich beim Arzt drinnen war, musste ich noch kurz ein Röntgen machen. Drinnen im Behandlungszimmer hat der Arzt mir relativ schnell gesagt, dass meine Weisheitszähne raus müssen, weil sonst die Gefahr besteht, dass sich meine Zähne wieder verschieben und ich sonst meine Zahnspange zwei Jahre umsonst gehabt hätte. Jedenfalls hat mich der Zahnarzt zu einem Kieferchirurgen geschickt.

Der Kieferchirurg war total nett und chillig drauf. Jedenfalls hat er das, was mein Zahnarzt gesagt hat, nochmal bestätigt und auch gesagt, dass kein Weg an einer OP vorbeiführt. Nach den allgemeinen Dingen hat er dann noch mit meinen Eltern und mir besprochen welche Möglichkeiten der Betäubung es gibt. Ich habe mir gedacht, da das eines der Dinge ist die euch am meisten interessieren werden erzähl ich euch kurz was er mir so gesagt hat:
Heut zu Tage ist das Entfernen keine große Sache mehr und kann problemlos unter örtlicher Betäubung gemacht werden. Eine Vollnarkose macht man eigentlich nur noch, wenn es nicht anders geht. Also bei absoluten Angstpatienten oder wenn die Zähne irgendwie schief „liegen“, sodass die OP komplizierter werden könnte. Da beides in keinster Weise auf mich zutrifft, hat er (speziell) mir von einer Vollnarkose „abgeraten“. Als weitere Möglichkeit hat er noch die Lachgas-Sedierung genannt. Das ist ein Gas, das man während der Behandlung über eine Nasenmaske verabreicht bekommt, das die Schmerzempfindlichkeit senkt und eine beruhigende Wirkung hat. Man ist allerdings noch voll bei Bewusstsein und ansprechbar. Letzt endlich liegt die Entscheidung aber bei mir (und meinen Eltern), hat er gesagt.
Da ich mich nicht sofort für eine Möglichkeit entscheiden konnte (und wollte), sagte er, dass wir einfach noch darüber nachdenken sollten.

Am Abend zu Hause haben meine Eltern und ich dann alles nochmal diskutiert. Meine Eltern meinten ich solle den Eingriff ganz normal mit örtlicher Betäubung machen, haben aber auch gesagt, sie zwingen mich nicht dazu. Eigentlich hatte ich nichts dagegen, da mir schon mal ein Milchzahn mit örtlicher Betäubung gezogen wurde und ich eigentlich nicht wirklich Angst vorm Zahnarzt oder vorm Zähne ziehen habe. Jedenfalls habe ich dann doch noch sehr lange für mich überlegen müssen. Ich habe dann auch noch bei ein paar Freundinnen nachgefragt und ein paar Erfahrungsberichte im Internet gelesen und nach einigem hin und her, habe ich mich dann doch, obwohl der Arzt mir davon „abgeraten“ hat, für eine Operation unter Vollnarkose entschieden.

Meine Eltern waren zuerst überrascht und versuchten mich dann doch noch für eine OP unter örtlicher Betäubung zu überreden und fragten mich auch, ob ich mir bewusst bin, dass das das ganze viel „umständlicher“ macht. Dann war ich schon wieder am Überlegen, ob ich nicht doch eine örtliche Betäubung nehme und ob ich mir das wirklich alles antun will (Voruntersuchung, Narkosegespräch, vorher nicht essen, trinken, nach in der Klink bleiben, …). Na ja, dann habe ich das ganze halt nochmal mit meinen Eltern besprochen und wir haben die ganzen „Nachteile“ aufgezählt und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass es die „Nachteile“ stark überwiegen und es eigentlich keinen Grund für eine Vollnarkose gibt. Trotzdem hatte ich danach noch die ganze Zeit im Hinterkopf „Na eigentlich wäre mir eine Operation unter Vollnarkose doch lieber“. Meine Eltern haben die Entscheidung mir überlassen, haben aber gesagt, ich sollte jetzt eine endgültige Entscheidung treffen. Jedenfalls ist es bei mir dann doch die Vollnarkose geworden.

Die Voruntersuchung eine Woche vorher beim Hausarzt hatte ich schnell hinter mir. Am Tag der OP durfte ich 6 Stunden vorher nichts mehr essen und trinken (ich wurde am Vormittag operiert, also habe ich an dem Tag einfach nichts gegessen). Vor der OP hatte ich dann noch das Narkosegespräch. Da hat mir der Narkosearzt nochmal alles erklärt wie das Ganze mit der Vollnarkose funktioniert (war meine erste Vollnarkose). Grundsätzlich wusste ich es aber eh schon, er hat mir dann noch erklärt, das ich während der OP künstlich beatmet werden muss (das wusste ich aber auch schon) und das mir dazu ein Schlauch in die Luftröhre gelegt wird. Normalerweise macht man das durch den Mund, hat er gesagt, da aber im Mund operiert wird, wird mir der Schlauch durch ein Nasenloch gelegt. Das hat mich dann doch ein bisschen geschreckt und ich konnte mir das auch nicht wirklich vorstellen, wie sie das machen wollen. Er hat aber gleich danach gesagt, dass ich davon schon nichts mehr mitbekommen werde. Nach der Einleitung habe ich übrigens auch noch Thrombose-Spritze in den Bauch bekommen.

Danach ging es eigentlich recht flott. Ich musste in so eine Art Vorzimmer vor dem OP-Raum. Vorher durfte ich meinen Eltern noch kurz Tschüss sagen (die durften nicht mit in den OP, hat mich aber auch nicht wirklich gestört) Ich musst mich dann umziehen, ich habe dann so ein OP-Flügelhemdchen und eine so ein blaues Häubchen für die Haare bekommen. Dann wurde ich in den OP-Raum geführt und musste mich dann gleich auf den OP-Tisch legen. Der Raum selber hat nicht viel anders ausgeschaut als ein normaler Zahnarzt Raum, nur steriler und er hatte diese großen OP-Lampen die man aus den Krankenhäusern kennt an der Decke und natürlich die Geräte für die Narkose.

Der Narkosearzt war auch ganz cool drauf, hat dann auch nicht mehr viel gesagt. Ich sollte kurz husten und da hat er mir den Zugang gelegt. Dadurch habe ich die Nadel überhaupt nicht gespürt.Währenddessen hat die Narkoseschwester an mir die Elektroden und Messgeräte befestigt. Praktisch sofort nachdem mir der Zugang gelegt wurde, sind meine Augen immer schwerer geworden. Dann hat mir eine Schwester so eine Maske über Nase und Mund gehalten und ich war weg. Das ganze hat ungefähr 30 Sekunden gedauert nach mir der Zugang gelegt wurde. Das Legen des Beatmungsschlauches durch ein Nasenloch und die Thrombose-Spritze habe ich schon längst nicht mehr mitbekommen.

Zur OP selber kann ich euch leider nicht erzählen, wie gesagt ich hatte ja eine Vollnarkose. Ihr braucht euch auch gar keine Sorgen machen, dass ihr irgendetwas mitbekommt, unter Vollnarkose seit ihr quasi im künstlichen Tiefschlaf. Ich persönlich fand die Vollnarkose sogar recht „angenehm“ (wenn man das so sagen kann). Denkt einfach vor dem einschlafen an was Schönes, dann träumt ihr auch was Schönes.

Das Aufwachen war fast wie das Einschlafen. Plötzlich bin ich in einem Bett wieder aufgewacht und war zuerst orientierungslos und habe mich gefragt ob ich schon operiert wurde. Plötzlich waren meine Eltern auch da und da wusste ich dann, dass das Ding schon gelaufen ist. Schmerzen direkt danach hatte ich keine, da ich noch benommen von der Vollnarkose war und während der OP der Bereich zusätzlich noch örtlich betäubt wurde. Nach einer Stunde ausschlafen und chillen in der Aufwachstation durfte ich dann nach Hause.

Was mann nach der OP alles machen ist auf dieser Seite sehr gut beschrieben:
rechts oben: Fragen zur OP > nach der OP

Schaut aber auf jeden Fall, das ihr genug Ablenkung zu Hause habt. Gut geeignet sind zum Bespiel: Fernsehserien oder Computerspiele, bei denen man nicht lachen muss, denn das könnte am Anfang noch etwas weh tun.

Mein Fazit zu der ganzen Sache:
Ich fand die Operation eigentlich überhaupt nicht unangenehm und war sogar positiv überrascht. Deshalb kann ich manche von den Horror Erfahrungsberichten auch nicht so ganz nachvollziehen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich unter Vollnarkose operiert wurde und alle Leute und Ärzte so nett waren. Oder es war einfach eine Kombination aus allem und ich hab es einfach gut erwischt.
Zu meiner Entscheidung für die Vollnarkose möchte ich im Nachhinein noch sagen, dass ich es nicht unbedingt als falsche Entscheidung sehe, aber die OP hätte ich auch genau so gut unter örtlicher Betäubung machen können. Wenn meine Weisheitszähne nochmal raus müssten, würde ich mich wieder für die Vollnarkose entscheiden.

Sorry nochmal für den langen Text. Ich drück euch ganz fest die Daumen. Wenn ihr noch Fragen habt, postet die einfach als Kommentar.



2 Kommentare zu Denise, 15: Alles halb so wild!

  1. Fabian

    Hallo,

    äußerst interessanter Bericht, ich hab leider nicht verstanden wieso den eine Vollnarkose sein muss wenn man keine Angst hat? Und wenn man nur wenig Angst hat hätte man ja auch das Lachgas probieren können das geht nicht so heftig auf den ganzen Körper.

    Aber ok, es ist schön das es dir gut geht der Rest ist nicht wichtig.

    LG Fabian

  2. Dominik Gaedtke

    Was vollnarkose spritze und los geht es vollnarkose kostenlos ca 270 Flocken und das auch für privatversicherte

Hinterlasse einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.