Dine, 40: Alle 4 Weisheitszähne unter Vollnarkose entfernt

Dine, 40: Alle 4 Weisheitszähne unter Vollnarkose entfernt

Meine vier Weisheitszähne, die alle noch komplett im Kiefer lagen (die beiden unteren waagerecht und mit Nerv-Tangierung) wurden mir gestern vor zwei Wochen operativ in Vollnarkose entfernt. Ich habe den Eingriff ambulant bei einem Oralchirurgen machen lassen, bei dem ich vorab ein ausführliches Beratungsgespräch hatte. Am Tag vor der OP setzte sich noch der Anästhesist mit mir telefonisch in Verbindung, um den bereits ausgefüllten Anästhesiebogen durchzusprechen und mir alle offenen Fragen zu beantworten.

Am nächsten Tag wurde es dann ernst. Mein Termin war erst um 15.30 Uhr und so galt es, die Zeit bis dahin möglichst sinnvoll totzuschlagen, damit keine allzu große Nervosität aufkam. Bis zu 6 Stunden vor dem Termin durfte ich noch etwas Leichtes (z.B. Toast mit Marmelade) essen und bis zu 2 Stunden vor der OP kleine Mengen Flüssigkeit zu mir nehmen. Zu dem Termin begleitete mich mein Freund, da ich selbstverständlich nach der Narkose nicht selber Autofahren durfte. Leider verzögerte mein Termin sich um ca. eine 3/4 Stunde. Die Nervosität so kurz vor dem Eingriff war natürlich groß, und ich wollte es einfach nur noch hinter mich bringen. Schließlich kam der Anästhesist ins Wartezimmer um mich abzuholen. Noch ein schneller Toilettengang (denn die Blase sollte vor der Narkose leer sein), und schon saß ich im Behandlungszimmer und bekam einen Zugang am Arm gelegt. Mein Freund durfte dabei sein und meine Hand halten, bis die Wirkung der Narkose einsetzte.

Der Anästhesist war sehr nett und erklärte mir alles ganz genau, was mich etwas beruhigte. Ich spürte noch ein leichtes Kribbeln im Gesicht, dann war ich auch schon komplett weggedämmert. Der Eingriff dauerte ca. 1,5 Stunden; die beiden unteren Zähne waren wohl wirklich schwer zu entfernen und besonders auf der linken Seite musste ordentlich gefräst werden. Ich kam erst wieder zu mir, als ich bereits im Aufwachraum auf einer Liege lag. Mein Freund stand neben mir und hielt mir Coolpacks an die Wangen. Sofort setzten Schmerzen ein, aber der Anästhesist injizierte mir umgehend Novalgin, und kurz darauf spürte ich nur noch ein leichtes Ziepen auf der rechten Seite. Das war okay und gut auszuhalten. Kurz darauf konnte ich mich schon aufsetzen. Mein Kreislauf war okay und die Wirkung der Narkose ließ schnell nach.

Etwas später konnte ich schon aufstehen. Mir wurden die Aufbisstupfer aus dem Mund genommen, und dann durften wir nach Hause fahren. Währenddessen kühlte ich die ganze Zeit meine Wangen mit den mitgegebenen Kühlpads. Zu Hause nahm ich alle paar Stunden eine Ibuprofen 600, so dass ich keine großen Schmerzen hatte. Die Schwellung nahm allerdings in den nächsten Stunden trotz Kühlens und Arnika Globulis rasant zu. Ich hätte nicht gedacht, dass ein Gesicht dermaßen stark anschwellen kann. Das war natürlich recht unangenehm.

In den ersten Nächten schlief ich in leicht sitzender Position und nur auf dem Rücken. Da ich sowieso nicht gut schlief, kühlte ich auch nachts immer wieder meine Wangen. Zur Vereinfachung band ich mir einfach einen Schal ums Gesicht und befestigte so die in feuchten Waschlappen steckenden Coolpacks. Das funktionierte wirklich gut. Kann ich nur empfehlen 😉

Am Tag nach der OP hatte ich einen Kontrolltermin beim Zahnarzt. Die Wunden sahen gut aus. Eine Woche lang konnte ich nur weiche Kost wie Kartoffelpüree, Suppen, Pudding, Apfelmus und Babybrei essen, denn ich konnte absolut nicht kauen und den Mund habe ich auch kaum aufbekommen. Danach ging es langsam aufwärts und ich konnte Nudeln, Spätzle u.ä. essen. 10 Tage nach der OP ging schon wieder so gut wie alles. Nur Müsli, Nüsse und andere bröselige Kost soll ich noch meiden.

3 Tage nach der OP hatte ich nachts eine Nachblutung, die ich aber mit einem Aufbisstupfer schnell wieder stoppen konnte. Ansonsten hatte ich in den ersten Tagen etwas Kreislaufprobleme und durch die Schwellung häufig Kopfschmerzen. Die Schwellung nahm nach 2 Tagen ganz langsam wieder ab; dafür verfärbte sich mein Gesicht von den Wangen abwärts bis zum Dekolletee gelb. Unter einem Auge hatte ich einen Bluterguss. Ich sah aus wie übelst verprügelt. Komplett schwellungs- und farbfrei war ich erst 11 Tage nach der OP.

Die Fäden wurden exakt eine Woche nach der OP gezogen. Leider hatte sich eine Wunde entzündet und musste gespült werden. Außerdem musste ich über mehrere Tage ein Antibiotikum nehmen. Damit bekam ich die Entzündung aber ruckzuck in den Griff. Jetzt liegt der Eingriff 16 Tage zurück und ich bin endlich auch komplett schmerzfrei. Ich spüre die Wunden noch ein bisschen, aber das ist kaum der Rede wert.



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