Jeny, 31: Es wird alles halb so heiß gegessen, wie es gekocht wird! | Weisheitszahn-OP.de

Jeny, 31: Es wird alles halb so heiß gegessen, wie es gekocht wird!

Jeny, 31: Es wird alles halb so heiß gegessen, wie es gekocht wird!

Ich möchte mit meinem Bericht möglichst vielen Angsthasen die Angst nehmen und appelliere deshalb gleich an erster Stelle an alle, die die OP noch vor sich haben und sich nicht trauen: macht nicht meinen Fehler und lasst es unbedingt machen!!! Wartet lieber nicht damit! Denn ich hätte es fast verbockt…

Meine Vorgeschichte: seit ich 17 bin, hörte ich von vielen verschiedenen Ärzten, dass der riesige, querliegende Weisheitszahn im Unterkiefer raus müsse, denn „wenn sich da Karies entwickelt und was entzündet, dann ist die Hölle los!“ Karies und Entzündung? Doch nicht bei mir, unvorstellbar! Angst vor Schmerzen und der OP: riesig (ehemals Angst- und Schmerzpatientin)…also ließ ich den Zahn drin und hatte gut 15 Jahre keine Beschwerden. Bis ich eines morgens mit einer richtig dicken Backe und höllischen Schmerzen aufwachte.

Ich lief zu einem Kieferchirurgen, ließ mich röntgen, kam aber mit seiner Art nicht richtig klar. Verließ die Praxis mit noch mehr Angst als zuvor, nahm Antibiotika und hoffte, dass es irgendwann doch besser wird. Wurde es aber nicht. So fand ich mich gestern auf dem Behandlungsstuhl meines Zahnarztes wieder. Er ist weder ein Kieferchirurg noch sediert er seine Patienten, aber das vorhandene Vertrauensverhältnis und mein Bauchgefühl entschieden dafür, dass er die OP machen muss. Der Fall war kein leichtes: ich bin bereits über 30, der Zahn war längst ausgewachsen und fest im Knochen drin. Dazu absolut querliegend, riesig, nah am Backenzahn, die für die Lippe und die Zunge zuständigen Nerven verliefen richtig nah an der Wurzel. Und der Zahn uns das ganze Umfeld waren so richtig schön entzündet.

Das Ende vom Lied: mein Arzt meinte, er würde es noch am gleichen Tag versuchen. Ich bekam eine Stunde vor der OP jeweils eine Tablette Clindamycin und Ibu. Danach kamen zwei Spritzen rein, eine weitere folgte direkt in den offenen Zahn. Das Zahnfleisch wurde aufgemacht, der Knochen abgetragen, die Krone abgetrennt und die Wurzel Stück für Stück rausgeholt. Dauer: eine Stunde, keine Sedierung, keine Narkose, fast keine Schmerzen (den Druck habe ich gespürt, aber dieser war wirklich erträglich).

Das Fazit: man kann auch sehr verletzungsarm operieren und mein Zahnarzt beherrscht sein Handwerk, was die Operationen betrifft! Ultraschallbohrer anstelle von der Knochenfräse, neues Hebel (Luxatoren)-Set, damit die Faser verletzungsarm durchtrennt werden, viel Fingerspitzengefühl…es hat gedauert, aber das Ergebnis ist faszinierend: die Wunde und die Schwellung halten sich echt in Grenzen, der Nachbarszahn ist nicht empfindlich (ganz ohne Ibu) und den Nerven ist gar nichts passiert, da durch eine DVT deren genaue Lage ermittelt wurde…der Arzt hatte diese nicht mal berührt. Eine Narkose war bei dieser Vorgehensweise definitiv nicht nötig, meine Ängste völlig unbegründet und ein Trauma ist ebenfalls nicht vorhanden 🙂

Heute, am Tag zwei, komme ich ohne Ibu aus, die Backe ist ein kleines bisschen dick, die Schmerzen sind mit denen davor nicht zu vergleichen – ich bin erlöst! Habe mir zum Essen eine Hühner-Gemüsesuppe und eine Spargelpfanne gemacht – alles schön weich, kann ganz normal kauen und schlucken, nur der Mund geht noch nicht allzu weit auf (logisch, da sind etliche Nähte drin…). Zudem spüle ich fleißig mit Kamillosan, und heute Abend werden Zähne geputzt.

Mein Rat an alle: sucht euch immer einen guten Arzt, bei dem ihr euch wirklich gut aufgehoben fühlt (sehr wichtig!), und dann nur Mut! Sich nicht zu trauen, macht es nicht besser, und Weisheitszähne gehören eben zu den Problemen, die sich definitiv nicht von selbst lösen! Also wenn die Dinger bei euch raus müssen – je schneller, desto besser!



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