Katta, 26: Viel Panik um wenig Stress

Katta, 26: Viel Panik um wenig Stress

Während der OP war ich schon ziemlich panisch, aber dann war alles halb so schlimm. Mir wurden zwei Weisheitszähne rechts unter örtlicher Betäubung entfernt.

Zuerst gab es ne Menge Betäubungsspritzen ins Zahnfleisch (bestimmt 5 allein in den Unterkiefer), dann wurde gewartet, bis alles taub war. Der untere Zahn wurde freigeschnitten und dann mit dem Bohrer ein bisschen zerlegt. – War mein erstes Bohrererlebnis überhaupt, und ich war angenehm überrascht – es hat mich ein bisschen an Skrillex erinnert. Das hat etwas gedauert, auch weil die Arzthelferin den Sauger nicht richtig gehalten hat, war aber ganz interessant. Und dann war der Zahn auch raus.

Als nächstes war der obere Zahn dran, da war aber die Betäubung schon etwas weg. Nach einem kleinen „Au!“ meinerseits beim Ansetzen des Skalpells bekam ich noch zwei Betäubungsspritzen in den Oberkiefer, der Kiefer wurde aufgeschnitten, der Zahn rausgeruckelt (das hat schon ziemlich geruckt) und dann war er auch raus.

Oben und unten wurde alles zugenäht und ich wurde bis zum nächsten Tag verabschiedet. Verschrieben bekommen habe ich Ibu 800 (maximal 3mal am Tag) und Amoxicilin 1000 (morgens und abends). Direkt nach der OP fing ich mit dem Kühlen an und warf mir auch die erste Schmerztablette und die erste Antibiotikumstablette ein.

Der restliche Tag wurde dann auf dem Sofa verbracht, und alle halbe Stunde das Kühlpad ausgetauscht. Bis ich meine Unterlippe wieder gespütz habe, hat es übrigens ca 5 oder 6 Stunden gedauert, kann aber wohl auch länger sein. Gegessen habe ich am ersten Tag Babybrei und Kartoffelbrei, und ganz normal Zähne geputzt (mit ner elektrischen Zahnbürste, das war schon etwas dumm), das hat nur leicht weh getan. Ich hatte den ganzen ersten Tag über leichte Schmerzen beim Schlucken und habe wahnsinnig viel Speichel produziert, das war etwas nervig.

Am nächsten Tag wurde nochmal alles kontrolliert und es sah wohl auch gut aus. An dem Tag gabs auch Kartoffelbrei und weiter brav kühlen. Nachts habe ich mir das Kühlpad mit nem Schal um den Kopf gebunden und bin auch ziemlich oft aufgewacht um es auszuwechseln. Jetzt wurde die Backe aber schon etwas dick und das Zähneputzen schwieriger weil ich eine nette Kieferklemme bekommen habe (dh. habe den Mund nicht weiter als ein paar Millimeter aufbekommen). Also Chlorhexamed gekauft und damit gespült.

Was etwas schlecht war, war, dass ich zu wenig gegessen habe in den ersten Tagen, aus Angst was in die Wunde zu bekommen. Darum habe ich dann angefangen, morgens immer einen Eiweißshake (mit Sojamilch angerührt, weil ich Milch wegen der Antibiotika nicht durfte) zu trinken. Gegessen habe ich ab dem 3. Tag nach der OP Zwiebelsuppe aus der Dose, die ich nach dem Kochen habe abkühlen lassen und Sandwich Toast. Der Toast krümelt kaum und man kann ihn schön mit det Suppe vollsaugen lassen. Dazu gabs dann ab und zu noch eine Avocado oder ein Esslöffel Olivenöl in die Suppe um den Kaloriengehalt etwas zu erhöhen.

Gekühlt habe ich noch 3-4 Tage nach der OP, immer wenn die Backe sehr warm wirkte (aber in den ersten beiden Tagen schon ständig), Schmerzmittel habe ich nur sporadisch genommen, weil sie auch entzündungshemmend wirken.

Am Montag nach der OP (also 5 Tage danach) war ich wieder auf der Arbeit. Da habe ich dann auch angefangen mir Tomatenpesto auf den Sandwichtoast zu schmieren und Kinderriegel und zusammengedrückte Schokolade (ich empfehle die mit Marzipan) in meine 1 cm große Mundöffnung zu schieben. Natürlich immer danach schön Zähne geputzt und mit Chlorhexamed desinfiziert. Am Montag habe ich auch angefangen, meinen Kiefer zu dehnen, es aber etwas übertrieben, und irgendwann tat mir total die Backe weh.

Und am nächsten morgen ging der Mund dann gar nicht mehr auf. Habe es also mit dem Dehnen dann erstmal gelassen und war nach etwas Entspannung wieder auf 1cm. Die Diät bestand weiter aus Eiweißshake, ab und zu nen Saft (zB Karottensaft), Kinderriegeln und Zwiebelsuppe mit Sandwichtoast, aber Schwellung und Schmerzen hatte ich keine. Allgemein hatte ich kaum ne Schwellung und Schmerzen auch nur dann, wenn ich versucht habe den Mund weit auzumachen.

Heute kamen dann 8 Tage nach der OP die Fäden raus, es scheint alles gut auszusehen. Ich dehne jetzt meinen Mund mit Holzstäbchen, aber ohne Fäden ist es auch direkt viel angenehmer den Mund aufzumachen. Im Großen und Ganzen: … hatte ich keine Schmerzen (außer wegen der Kieferklemme), kaum Schwellung, immer so ca. 37.2°C Temperatur (im Mund). Ich war vor allem müde und habe mir unnötig Stress gemacht und zu wenig gegessen am Anfang – was aber ganz alein meine Schuld ist, denn der Chirurg hatte mir durchaus auch erlaubt zu essen!

Ich würde euch raten: Kauft euch nicht zu viel Zeugs vor der OP das ihr sonst niemals essen würdet, ich habe zum Beispiel immer noch total viel Babybrei da, der war aber im Endeffekt einfach nur widerlich. Schaut, dass ihr immer kühlt, viel schlaft und die Wunde großräumig ausspart beim putzen. Die Wunde zieht sich auch noch seitlich neben die x7er (also die letzten normalen Backenzähne), da sollte man auch schon vorsichtig sein mit dem putzen. Und vielvielviel normales Leitungswasser trinken.



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