Laura, 23: Der Eingriff war der Horror, die Zeit danach ein Klacks

Laura, 23: Der Eingriff war der Horror, die Zeit danach ein Klacks

Nun ja wie fange ich an…. Ich hatte schon lange einen Termin und fieberte darauf hin, dass die Hauer endlich raus kommen. Ich hatte immer wieder Schmerzen, mein unterer, linker 8er war entzündet. Ich ging also von einer nicht so schönen OP aus, trotzdem entschied ich mich gegen einen Vollnarkose. Was ein Fehler war….

Ich hatte einen Termin um 7:30 was mich froh machte. Dann hatte ich es schneller hinter mir und war nicht den ganzen Tag nervös. Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich keine Angst vor dem Zahnarzt habe, aber etwas mulmig war mir doch.

Dann beim Zahnarzt angekommen (es war eine der best bewährtesten Praxen in der Stadt) ging alles ganz schnell. Formular ausfüllen und schon kam ich dran. Die Helferinnen nahmen mir die Angst, die allmählich kam recht gut, doch als der Arzt kam, war ich wieder richtig nervös und “schwitzte quasi vom Stuhl“.

Ich bekam zwei Tabletten gegen die Schwellung danach und schon gings es los. Ich hatte kaum Zeit für Fragen…..
Die erste Spritze wurde gesetzt, dann die zweite. Soweit erträglich, natürlich nicht angenehm. Dann kam die in den Gaumen (ich muss sagen, dass ich nur die 2 8er links entfernen ließ, ich wollte es splitten) und ich dachte ich werde Ohnmächtig. Das tat höllisch weh, aber ich dachte ich hab jetzt das Schlimmste hinter mir und mucke nicht auf.

10 min später kam der Arzt und checkte ob schon alles betäubt war. Das war es und ich hatte immer mehr das Gefühl zu ersticken. Ich bekomme durch meine Nase kaum Luft und ich wurde leicht panisch, dass das Atmen wirklich schwer fiel. Ich kannte das Gefühl bisher nicht. Die Assistentin beruhigte mich und meinte es sei normal. Trotzdem war es nicht gerade angenehm.

Nun wurde es ernst. Ich bekam das “Handtuch mit der Aussparung am Mund“ aufgelegt. Es war kühl und lies mich für ein paar Sekunden entspannen. Jetzt hieß es Mund auf machen und die Prozedur über mich ergehen lassen.

Der Arzt fing an und sprach aus wovor ich Angst hatte… “Wir können den Backenzahn über dem Weisheitszahn nicht erhalten, er ist schon zu eitrig. Wir sollten ihn entfernen.“ Ich stimme zu, lieber kam er jetzt raus, als in wenigen Wochen nochmal eine riesige Wunde im Mund zu haben.
Er setzt an, hebelte, riss, es krachte und ich dachte mein Kiefer zerspringt. Offenbar zuckte ich zu sehr und es kam eine weitere Helferin, um mir den Kopf zu halten.
Jetzt knirschte es, ich glaube er teilte gerade den Zahn. Ich sah ja nichts, aber den Geräuschen zufolge traf das sehr gut zu. Bis jetzt spürte ich keinen Schmerz, doch als der Zahn fast raus war, stach es plötzlich höllisch in meinem Mund. Ich schrie leise auf.
Der Zahnarzt meinte trocken… “Wir haben zwei Möglichkeiten, entweder ich spritze Ihnen eine weitere Betäubung, dann haben Sie nochmals 10min Schmerzen oder wir ziehen das durch und in 5 Min ist alles vorbei.“ Ich stimme zu, wir fuhren fort.
Ab hier durfte ich beinahe Geburtsschmerzen erleben, doch ich hielt durch. Eine weitere Helferin stützte meinen Kopf, der Arzt durfte nicht abrutschen. (Was ich auch einsah und worüber ich froh war.) Er schnitt wohl gerade mein Zahnfleisch auf, denn es war sehr ruhig, trotzdem lief mir das Blut den Rachen herab. Ich hatte das Gefühl ich habe Zahnsplitter dort, die mich ersticken ließen. Der Arzt meinte es kann durch die Betäubung kommen, “das fühlt sich nur so an, da ist nichts, keine Sorge.“
Er fuhr fort, jetzt kam der üble Weisheitszahn und es ruckte und zuckte 3-4 mal und schon war der erste Teil weg. Dann kam die Kreissäge (?) es hörte sich jedenfalls so an. Er sägte drauf los und man hätte mir die Schmerzen angesehen, hätte ich kein Tuch auf dem Gesicht gehabt. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, sicherlich waren es nur Sekunden. (Im Nachhinein erfuhr ich, dass etwas Knochen entfernt wurde, da die Zahnwurzel zu weit drin steckte und es notwendig war. Drum wohl die Säge).

…… jetzt spürte ich schon den Faden, der gerade meine Wunde verschloss. Ein erster Moment der Beruhigung. Ich atmete kurz durch, denn ich wusste ja, dass gleich noch der obere Zahn dran war.

…… der obere Zahn war an der Reihe. Erstaunlicherweise spürte ich dort null Schmerz. Den starken Druck jedoch schon, der aber nichts gegen die Tortur da unten war.
Dieser Zahn war fix draußen und schon wurde wieder genäht.

Ich bekam noch etwas in den Mund gesprüht und schon wurde mir das Tuch abgenommen. Plötzlich war es so schnell rum. Ich war ganz erstaunt. Ich hatte eigentlich noch viele Fragen, aber da war der Arzt schon weg.
Die Zahnarzthelferin führt mich wieder nach vorne zur Anmeldung und dort bekam ich 3 Tabletten gegen die Schwellung, ein Rezept und (oh danke) einen ausführlichen Flyer was ich zu beachten habe und wie ich die Medizin zu nehmen habe. Das beruhigte mich schon mal, da ich ja noch offene Fragen hatte.

Ich lief aus der Praxis, noch etwas “benebelt“, alles war so taub. Ich hatte extra Tücher dabei, falls mir das Blut aus dem Mund laufen sollte. Ich musste ja noch heim fahren.
….

Ich setzte mich ins Auto, betrachtete mich im Spiegel und fuhr heim………

(Jetzt danach kann ich nur sagen, dass in meinem Fall der Satz… “Die Zeit nach der Op ist viel unschöner, als der Eingriff selbst.“ nicht zutraf. Wäre ich nicht hart im nehmen, wäre ich definitiv ein Angstpatient geworden. Ich hatte einige Tage noch mit dem Erlebnis zu schaffen. Nicht wegen der Wunde im Mund, aber wegen dem in meinem Kopf. Ich kam mir doch mehr vor wie beim Schlachter, als beim Zahnarzt. Ich hoffe nur, dass es nicht sehr vielen Menschen so erging und sie so etwas traumatisches mitmachen mussten oder vielleicht noch müssen. Ich wünsche das wirklich keinem.
Wenn meine rechte Hälfte dran ist, dass werde ich definitiv eine Vollnarkose bezahlen, das ist es mir wert……..)

Die Zeit nach der OP (Wundentechnisch) lief eigentlich super. Ich kam heim und brauchte erst mal eine Schoki. Kopf schief, vorsichtig kauen und schlucken. Lief sehr gut. (Ok natürlich erst nachdem die Betäubung nachließ und es nicht mehr blutete).
Essen konnte ich am nächsten Tag fast wieder wie gewohnt.
Schmerzmittel brauchte ich dann auch keine mehr. Das Antibiotika nahm ich zur Sicherheit und das Abschwellmittel auch. Zusätzlich hab ich Arnica Globulis genommen, die mich so schnell durch die blöden zwei Wochen gebracht haben…. Kann ich nur empfehlen.

Leider hatte ich keine schöne Erfahrung gemacht. Wenn DU vielleicht gerade zweifelst, wähle lieber eine Vollnarkose. Dann bleibt die die OP wenigstens erspart. die 200€ sind nichts gegen diese eventuellen Schmerzen. 🙂

Alles Gute an alle, die das noch vor sich haben. (Inkl mir zu 50%). 😀



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