Lisa, 21: Lieber ein Schrecken mit Ende als ein Schrecken ohne Ende!

Lisa, 21: Lieber ein Schrecken mit Ende als ein Schrecken ohne Ende!

Zunächst möchte ich anmerken, dass mir diese Seite sehr vor meiner OP geholfen hat, da ich alle 4 Weisheitszähne (teilretiniert) mit Vollnarkose rausbekommen habe.

Ich bin eigentlich kein Schisser, aber umso näher der Termin kam, umso nervöser und angespannter wurde ich. Gerade am Tag vor der OP war ich dermaßen angespannt, dass ich keinen klaren Kopf mehr hatte und all die Dinge die ich mir vorgenommen habe zu essen, nicht mehr gegessen habe. Schade eigentlich, haha.

Was mir solche Sorgen bereitet hat war die Vollnarkose. Ich musste mich noch nie einer unterziehen (zum Glück) und hatte deswegen auch noch keinen Bezug dazu. Es war so unreal für mich. Man kriegt bestimmte Mittel injiziert und ist dann einfach weg, ohne dass man es wirklich verarbeiten kann. Das Licht ist aus und man wacht im gefühlt nächsten Moment wieder auf, dabei vergehen da schon mal gute 30 Minuten. Man muss auch anmerken, dass in der Zwischenzeit auch eine Menge passiert, von der man wirklich einfach rein gar nichts mitkriegt.

Es war also soweit, der 09.05.18 war da. Ich hatte meinen Termin um 9:30 Uhr, der Anästhesist hatte mich einen Tag zuvor angerufen und noch mal alles Wichtige zusammengefasst und mich gebeten eine halbe Stunde früher da zu sein. Gesagt, getan. Da war ich nun um 9 Uhr mit meinen Eltern in der Praxis. Meine Nervosität war mir anzusehen.

Als der Anästhesist hereinkam, da dachte ich: Oh mein Gott, du brichst hier jetzt alles ab und lässt die Teile einfach in deinem Schädel! Er kam allerdings nur, um mir die Betäubungscreme auf meinen Arm aufzutragen. Es vergingen also noch mal rund 40 Minuten bis ich wirklich dran kam. Meine Eltern waren genau so nervös und mein Vater wurde durch die Warterei sogar ganz wütend, haha.

Der Moment war also da und ich sollte mich hinlegen. Natürlich kullerten mir die Tränen und ich bekam Bauchschmerzen. Die Assistentin nahm sich mir dann sehr liebevoll an und erklärte mir die Vollnarkose. Sie sagte, es sei als würde man einen kiffen und dann sei man weg.

Sie setze die Nadel an und dann spürte ich auch gleich wie meine Augen schwerer wurden, meine Mama hielt meine Hand und mein Vater hatte seine auf meinem Bein. Ich sagte noch schnell zu beiden, dass ich sie ganz doll lieb habe und dann war ich weg.

Als ich dann aufwachte ging alles ganz schnell, man half mir ins Bett und da lag ich dann umgeben von meinen Eltern. Ich war überraschend schnell wieder fit und konnte nach ca. 15 Minuten gehen. Der Arzt bot mir noch Cola für den Kreislauf an, die ich aber aufgrund der Wunden ablehnte und stattdessen nach Wasser verlangte.

Dann kam der Operateur und sagte es sei alles gut verlaufen, gab mir noch Anweisungen und entließ mich dann. Antibiotika habe ich, entgegen vieler Berichte die ich hier gelesen habe, keines bekommen.

Als ich Zuhause war gab es dann erstmal eine gematschte Banane und ne Ibu 600.

Die Schmerzen waren durch die Schmerzmittel (3 Stück pro Tag und das 3 Tage lang) sehr erträglich bzw. kaum vorhanden. Das was wirklich schmerzhaft für mich war, war der Verzicht auf all das leckere Essen und all die süßen Leckereien, die ich zuvor viel zu wenig geschätzt hatte, haha. Es gab also 2-3 Tage lang gematschte Banane, Püree und Blumenkohlsuppe.

Nachblutungen hatte ich keine, die Wunden waren sehr gut vernäht und ich war auch sehr vorsichtig beim Essen und reinigen der Zähne. Den ersten Tag habe ich auch nur mit Wasser gespült. Gekühlt habe ich die ersten 24 Stunden alle 20 Minuten in etwa. Meine rechte Wange war zwar angeschwollen, aber eher relativ gering. Die linke Seite hingegen war fast gar nicht angeschwollen.

Die erste Nacht war gut, zwar nicht so gut wie die anderen davor aber es lies sich schlafen. Mein Problem war eher, dass ich eine Bauch und Seitenschläferin bin und ich bedenken wegen Nachblutungen hatte. Ich habe also vorsichtig auf der Seite gelegen und meinen Kopf nicht ganz aufs Kissen abgelegt.

Heute an Tag 6 sind meine Wangen etwas gelblich und die Schmerzen sind komplett weg (seit dem ca. 3 Tag waren die Schmerzen nicht mehr vorhanden).

Was das Essen betrifft, nun ja ich kann immer noch nichts kauen bzw. ich vermeide es einfach, solange wie die Fäden noch drinnen sind. Die Fäden werden mir am 8.Tag gezogen und dann werde ich sehen, wie ich mit dem Essen voranschreiten kann.

Die Wunden haben sich bis jetzt sehr gut entwickelt. Natürlich kann immer noch eine Entzündung entstehen, aber das Risiko wird von Tag zu Tag geringer.

Ich kann allen denen eine solche OP noch bevorsteht nur sagen, dass es vorbei geht. Es ist kein Dauerzustand und lieber geht man da einmal durch, als diese Angelegenheit ewig vor sich hinzuschieben. Zum Glück wachsen die Teile nicht nach! Auch muss ich anfügen, dass alle 4 Zähne bei mir teilretiniert waren, sich also noch unter dem Zahnfleisch befanden.

Das wirklich Schlimme an der Geschichte ist eigentlich eher der Teil mit dem Essen. Alles andere wird bei guter Vorsorge so erträglich wie möglich.

Ich bin aber sehr dankbar, dass ich meinen Bericht so positiv durchwachsen erzählen konnte! Dieses Glück hat nun mal nicht jeder und jeder Mensch ist unterschiedlich und bringt andere Faktoren mit in diese Angelegenheit.

Lasst euch einfach nicht stressen, informiert euch so gut wie es geht, sodass ihr euch sicher fühlt.

Mein Vater sagt immer: Wenn du verheiratet bist, dann ist es verheilt. 😀



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