Maria, 36: Nachwirkungen Nachwirkungen... | Weisheitszahn-OP.de

Maria, 36: Nachwirkungen Nachwirkungen…

Maria, 36: Nachwirkungen Nachwirkungen...

Hallo zusammen,
hätte nicht gedacht, daß ich in meinem „fortgeschrittenen“ Alter doch noch die Weisheitszahn-OP über mich ergehen lassen müsste… ;-)) ich hatte das bald 20 Jahre lang verdrängt. 3 waren schon halb durchgebrochen und einer links oben noch ganz im Zahnfleisch, aber man konnte schon den Knubbel außen fühlen… der Zahn wäre schief durchgekommen und ich hatte generell überhaupt keinen Platz mehr im Kiefer. Also sagte meine Zahnärztin, so, basta, muß jetzt sein.

Es gibt schon eine Menge akkurate Berichte über die OP an sich und was da auf einen zukommt… hab alle 4 gleichzeitig unter Vollnarkose gezogen bekommen. Lief wohl auch alles gut, nur ein Zahn hatte so eine Art Haken in der Wurzel und der Kieferchirurg musste kräftig reißen.
Ich möchte für Euch gerne ein paar Dinge festhalten, die womöglich danach auf Euch zukommen. Die ganze Geschichte habe ich wirklich unterschätzt.
Im Aufwachraum ging es direkt los: Ich bekam ziemlich heftiges Herzrasen und Panik, denn mein Mund war komplett taub und die Zunge fühlte sich unheimlich geschwollen an. Die Fäden im Mund (3 Wunden wurden bei mir vernäht) hinterließen ein ganz schlimmes Fremdkörpergefühl und ich musste mich sehr beherrschen um nicht zu würgen. Es fühlte sich für mich an als würde ich keine Luft bekommen. Später stellte sich heraus – als ich noch Quaddeln im Gesicht bekam und das Herzrasen nicht weg ging – daß ich wohl gegen irgendein Narkosemittel oder sonstiges Medikament allergisch war. Ich war unheimlich froh, daß ich im Vorfeld mit dem Anästhesisten abgestimmt hatte, daß er mir direkt ein Mittel gegen Übelkeit verabreichte und ich mich wohl daher nicht übergeben musste in dem Zustand.
Die Blutungen hielten noch ca. 6 Stunden an – es war äußerst unangenehm und ich musste die Panik wirklich unterdrücken. Nehmt Euch eine Schüssel oder eine Tüte mit, wo Ihr reinbluten / spucken könnt, wenn die Heimfahrt bisschen länger ist.

An Essen war nicht zu denken und die Ibuprofen 600 haben gerade so den schlimmsten Schmerz unterdrückt. Zähneputzen war nicht drin, ich hab ganz vorsichtig mit warmem Wasser gespült.
An Tag 2 bin ich dann nochmal in die Klinik, um die Wunddrainage zu wechseln. Das sind mit Jod und Antibiotika getränkte Streifen, die unten in die Taschen gestopft werden, damit sich unter der Naht keine Entzündung bildet. Der Geschmack ist wirklich ekelhaft. Und auch hier wieder Fremdkörpergefühl und Würgereiz. Arzt meinte aber, es sähe alles gut aus und entließ mich in das lange Pfingstwochenende.
Dieses Wochenende war das schlimmste meines Lebens.

An Tag 2 war die Sache mit Ibu ganz erträglich, ich war überrascht. Aber in der Nacht zu Tag 3 bin ich vor Schmerzen aufgewacht und konnte mir kaum helfen. Die Ibus haben vielleicht für 2-3 Stunden geholfen und dann kam der Schmerz wieder in voller Wucht durch – strahlte durch den ganzen Kiefer. Um die Höchstdosis Schmerzmittel nicht zu überschreiten, muß man sich echt was einfallen lassen – ich hab dann immer Ibu und Paracetamol im Wechsel genommen (angeblich tun sich die beiden Mittel nix). Allmählich machte auch der Körper schlapp, weil ich nichts anderes als vielleicht 10 Löffel Babybrei runter bekam und die Medikamente schlagen auch irre auf den Magen – insgesamt hab ich 5 Tage komplett auf der Couch verbracht und war total am Ende.

Putzen und Spülen ging irgendwann besser (ich hatte kaum Schwellung im Gesicht) – ich kann hier Chlorhexamed (kann man verdünnen mit Wasser) und Salviamyrthol empfehlen. Ich weiß nicht, ob es daran lag, aber ich hatte vorsorglich einige Tage vorher und dann durchgehend Arnica D12 genommen, was Schwellungen verhindern soll. Ich hatte wirklich überhaupt keine dicken Backen.
An Tag 5 dann wieder zum Arzt – sah weiterhin alles gut aus – neue Jodstreifen rein, und von da an ging’s dann allmählich besser mit dem Schmerz. An Tag 7 kamen die Fäden raus (was nicht schlimm ist, das ist mehr ein Kitzeln).

In meiner naiven Art dachte ich, daß – wenn der Arzt die Wunden zu näht – dann bleiben sie auch zu… aber wundert Euch nicht: Ihr habt u.U. klaffende Löcher im Kiefer. Er meinte dann auch noch: „Oh, da sieht man den Knochen, da hat sich eine dünne Haut drauf gebildet.“ Lasst Euch auf jeden Fall eine Spritze mit gebogener Kanüle von Arzt geben. Die nächsten Tage werden dann nämlich auch noch lustig: Allmählich konnte ich wieder essen, aber jedes Mal verschwinden Unmengen an Essensresten in den Löchern und das kann ganz schnell zu Entzündungen führen, also muß man auch hier spülen. Leute, es ist kein Spaß… einmal steckte eine halbe Erbse 4 Tage drin und ich hatte einen widerlichen Geschmack im Mund, bevor ich sie gesehen habe und sie mit viel Geduld rausgespült bekam. Es ist irre unangenehm.
Heute ist Tag 14 und ich traue mich noch immer nicht an Vollkornprodukte oder festere Nahrung, aber ich musste seit ca. 3 Tagen keine Schmerzmittel mehr nehmen. Wenn man den Berichten glauben darf, sind die Löcher im Kiefer in ca. 6-8 Wochen zu.

Ich bin wirklich froh, daß ich alle 4 Zähne auf einmal gezogen bekommen habe – ganz ehrlich, ich würde mich nicht noch einmal überwinden können. Hab wohl einfach bißchen Pech gehabt.
Wünsche Euch alles Gute! 🙂



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