Merle, 30: Gut zu überstehen und mit ein paar Profi-Tipps noch besser :) (ausführlicher Bericht) | Weisheitszahn-OP.de

Merle, 30: Gut zu überstehen und mit ein paar Profi-Tipps noch besser :) (ausführlicher Bericht)

Merle, 30: Gut zu überstehen und mit ein paar Profi-Tipps noch besser :) (ausführlicher Bericht)

Meine unteren beiden Weisheitszähne mussten raus und ich entschied mich dafür, dies in unterschiedlichen Sitzungen machen zu lassen. Auch der Kieferchirurg hat mir dazu geraten, da OPs im Unterkiefer etwas komplizierter werden können. Meine erste OP lief absolut glatt, es gab überhaupt keine Probleme; den Erfahrungsbericht findet ihr hier:

http://www.weisheitszahn-op.de/erfahrungsberichte/merle-30-1-zahn-lokalbetaeubung-gar-kein-problem

Nun war also der andere Zahn dran. Die OP dauerte etwas länger als die letzte, da der Zahn in mehr als zwei Teile zerlegt werden musste. Auch dieser Zahn schaute nur mit einer Spitze aus dem Zahnfleisch, sodass dieses aufgeschnitten und der Zahn angefräst werden musste. Insgesamt ging es trotzdem sehr fix, nach etwa 10 Minuten war es geschafft. Trotzdem war ich sehr aufgeregt, die Kreislaufüberwachung piepste konstant wegen des hohen Pulses und irgendwann sagte der Chirurg, dass wir nun bei einem Puls von 140 sind und ich mich auch langsam wieder beruhigen könne.. 😉 Wichtig ist zu sagen, dass ich auch bei dieser OP KEINE unangenehmen Geräusche, Druckgefühle oder gar Schmerzen gehabt habe! Es verlief wirklich absolut schmerzfrei! (Der Chirurg musste nur zu Beginn einmal die Betäubung erneuern, da er beim „Testen“ gemerkt hat, dass ein Nerv überhaupt nicht betäubt war. Das war aber absolut nicht schlimm und kein bisschen schmerzhaft.)

Nach einer Wartezeit von 10 Minuten, in der sich mein Puls dann so langsam wieder normalisiert hat, ging es mit Taxi + Begleitung (sehr wichtig!) nach Hause. Nach einer Stunde kam der Tupfer raus und damit begann leider die (einzige) Komplikation: es blutete weiter. Auch nachdem ich die zwei folgenden Stunden auf eine Kompresse gebissen habe, hörte die Blutung nicht auf. Normalerweise sollte man sich nun sicherheitshalber wieder auf den Weg zum Doc machen, nur war jetzt leider schon früher Abend und die Praxis geschlossen. Das bedeutete: weiterhin Tupfer und Kompressen auswechseln und warten – irgendwann muss es ja mal aufhören, dachte ich mir. Das tat es auch, aber leider erst 17 Stunden und eine durchwachte Nacht später! Diese Blutungen sind unangenehm, aber nicht wirklich gefährlich (solange sie nicht sehr stark sind, sprich der ganze Mund voll Blut in 10 Sekunden). Das Blödeste daran ist der Geschmack, die Übelkeit und dass man nicht wirklich etwas essen/ trinken kann, da man kein Blut schlucken möchte. Diese Komplikation ist also eher lästig als wirklich schlimm. Es war auszuhalten, nur eben sehr sehr nervig!

Darüber hinaus gab es kaum Komplikationen. Die Schwellung war minimal, es gab eine Kiefersperre durch die aber immer ein Löffel oder eine (Kinder-)Zahnbürste passte, und Schmerzen hatte ich wie schon beim ersten Mal nur minimal – eher kleinere Missempfindungen als Schmerzen, absolut auszuhalten. Da mir anfangs übel war wegen des Blutgeschmacks habe ich diesmal auch keine „präventive“ Ibuprofen genommen, es war aber auch wirklich nicht nötig! Ich kühlte einfach die ganze Zeit.

Am vierten Tag fiel mir dann eine weitere Nebenwirkung auf: die Innenseite meiner Wange fühlte sich noch komplett taub an. Ziemlich irritierend! Allerdings kommt das hin und wieder vor nach einer OP und heute (Tag 6) ist das Taubheitsgefühl schon sehr stark zurückgegangen. Ich bin zuversichtlich, dass es sich in ein paar Tagen oder Wochen komplett erledigt hat. (Der Nerv kann durch die OP selbst oder durch Schwellungen/ Hämatome danach beeinträchtigt worden sein – aber die allermeisten Nervenschäden bilden sich wieder zurück, selbst wenn der Nerv durchtrennt wurde!)

Auch die 2. OP war also ein (vergleichsweise) „positives“ Erlebnis und wirklich kein Grund, Panik zu schieben.

Mit diesen Profitipps kann euch noch weniger passieren, selbst wenn ihr Angsthasen seid wie ich (mehr Tipps stehen im Bericht der ersten OP):

  • Wichtigster Tipp: legt den Termin auf den Vormittag!!! So könnt ihr, wenn die Nachblutungen etwas länger dauern oder es andere Probleme gibt, noch am selben Tag in die Praxis und müsst euch nicht wie ich panisch die Nacht um die Ohren schlagen mit der Frage, wo die nächste kieferchirurgische Notaufnahme ist. 😉 Gleiches gilt für den Wochentag, vermeidet wenn möglich Freitags-Termine.
  • Lasst euch von der Praxis ein paar Tupfer mitgeben, falls die Wunde noch länger blutet. Sie sind deutlich angenehmer und effektiver als Kompressen oder Taschentücher.
  • Schlaft die ersten beiden Nächte mit erhöhtem Oberkörper, das reduziert die Schwellung ganz erheblich und somit auch den Schmerz.
  • Kühlt wirklich so oft es geht, keine größeren Pausen in den ersten 2-3 Tagen – verringert die Schwellung und die Hämatombildung.
  • Nehmt nur dann Schmerztabletten, wenn es wirklich wehtut, v.a. wenn ihr Nachblutungen habt: viele Schmerzmittel greifen den Magen ein wenig an und das hilft nicht gerade, wenn einem eh schon schlecht ist. Aspirin ist natürlich ohnehin Tabu!!

Viel Glück bei euren OPs und nur Mut! 🙂



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