Rose, 20: Macht euch keinen Kopf! (sehr ausführlicher Bericht) | Weisheitszahn-OP.de

Rose, 20: Macht euch keinen Kopf! (sehr ausführlicher Bericht)

Rose, 20: Macht euch keinen Kopf! (sehr ausführlicher Bericht)

„Is ja voll super!“ dachte ich mir als mir mein Zahnarzt vor ca 1 1/2 Monaten die Überweisung zur Kieferchirurgie in die Hand drückte. Eigentlich wurde mir, als ich noch jünger war, versichert meine Weisheitszähne behalten zu können, da sie nicht den Anschein machten Probleme zu bereiten. Tja. Man höre und staune, sie haben doch Probleme gemacht – die Seite links unten hatte sich ziemlich entzündet so dass ich das mal hab abchecken lassen.
Da ich nun in 2 Wochen für einige Monate weg bin und der Zahnarzt mir wirklich nahegelegt hatte, mich möglichst bald darum zu kümmern dass die zähne raus kommen war ich am selben Tag noch in der Chirurgie und hab mir nen Termin für ein Beratungsgespräch ein paar Tage später geben lassen.

Der Chirurg war super freundlich und kompetent, hat mir alles genau erklärt und mich über alle Risiken aufgeklärt- auch dass er anhand meinen Röntgenbildern sieht dass meine Zähne unten überhaupt nicht ideal liegen was die Nerven angehen, dass etwas schief gehen kann aber dass er sein bestes geben wird. Finde ich persönlich wirklich sehr gut wenn man nicht sowas wie „ach jaaa dat wird scho alles jut werden nich, dat wird schon nich schief gehn“ vorgelabert bekommt sondern jemanden da vor sich hat der ehrlich ist und keine falschen versprechen macht.

Er hat mir auch erklärt dass ein Dämmer- und Tiefschlaf möglich ist, aber nicht von der KK übernommen wird und er es eigentlich nur Angstpatienten empfiehlt. Ein Angstpatient bin ich was Zahnärzte angeht nun überhaupt nicht! Da geh ich lieber zum Zahnarzt als zum Frisör! Ich wollte eigentlich so ein Dösemittel haben damit ich mir diese ganze Geschichte nicht so lange antun muss, ich dachte mir ach da schläft man dann bisschen und wenn man aufwacht isses vorbei.. naja ich habe mich dann doch für die örtliche Betäubung entschieden. War mir dann relativ egal, ich wollte einfach  dass die Dinger raus kommen.

Schon eine Woche später war dann der Termin der Op. War davor ein bisschen aufgeregt, hielt sich aber in Grenzen.
Die Spritzen in den Gaumen waren ziemlich unangenehm, das war auch der einzige Moment an dem mir 2 Tränchen entkullert sind. Ich habe alle 4 Zähne an einem Termin entfernen lassen, der Chirurg hatte mich mehrmals gefragt ob ich mir sicher sei weil das ja doch ziemlich belastend ist, vor allem in der Zeit danach.. hatte aber weder die Zeit für 2 Termine noch lust auf das ganze drumherum und die ganze Nachsorge die ja dann doppelt so lang ist- besser ein mal Augen zu und durch und das wars dann 😀 Die linke Seite kam zu erst, oben war eine Sache von 30 Sekunden und ich habe eigentlich gar nichts gespürt. Nur gehört! Achso, ich hatte mir meinen Ipod mitgenommen, die Musik hat jetzt nicht all zu viel gebracht, ich hab sie immer wenn es mal lauter wurde auch auf laut gestellt, sonst aber immer leise damit ich den Chirurg höre wenn er mit mir redet bzw. mit der Schwester redet, ich glaube das war eine Auszubildende, er hat ihr ziemlich viel erklärt. War interessant zuzuhören! Unten links hat dann schon länger gedauert, der Zahn musste zertrümmert und in Stücke rausgeholt werden. Nach einer kurzen Pause und nach einsetzen der Betäubung kam dann die rechte Seite, oben war auch wieder kein Problem- der Zahn lag etwas schief und daher dauerte es etwas länger als links aber das ging voll.
Rechts unten war von allen Zähnen der „schlimmste“. Ihn zu entfernen hat mindestens genau so lange gedauert wie die anderen 3 zusammen, er musste auch zetrümmert werden- dann sind leider die Wurzeln abgebrochen die dann einzeln rausgefriemelt wurden, zusätzlich waren die Wurzeln wie Wiederhaken was die Sache auch nicht wirklich erleichtert hat. Das war auch der einzige Moment wo ich es etwas zwicken und pieken gespürt habe. Irgendwann merke ich wie der Chirurg etwas ruhiger wird und ich war froh, weil ich wusste ich bin fertig und darf meinen Mund gleich wieder schließen.

Zuhause hab ich mich erst mal hingelegt und gemerkt wie mit dem nachlassen der Betäubung die Schmerzen anfangen, hab dann sobald ich was trinken konnte eine ibu 600 genommen. Mir ging es weitesgehend gut, hab halt viel Blut gespuckt und der Geschmack im Mund hat mich anfangs zum Würgen gebracht. Dann war ich so schlau und hab aus Versehen eine dieser Mullstreifen aus dem Loch gezogen (fragt mich nicht wieso haha) woraufhin das ziemlich geblutet hat und mein Kreislauf sich verabschiedet hat. Damit hatte ich dann den ganzen restlichen Abend zu kämpfen, bin dann aber einfach bald schlafen gegangen. Die Nacht war auch ziemlich angenehm, war nur 1 mal kurz wach und wollte mir was zu trinken holen, Mein Kreislauf war allerdings immer noch nicht stabil wodurch ich ziemlich schnell wieder im bett gelandet bin.

Am nächsten tag war aber eigentlich alles gut, Kreislauf stabil und konnte zur Nachkontrolle.
Hab anscheinend Eindruck hinterlassen, denn der Chirurg begrüßte mich mit „Na, sie sind doch die mit den schwierigen Zähnen oder? Wie geht es ihnen denn?“ 😀 Das Wochenende über (Op war Donnerstag Abend) habe ich mich einfach geschont. Habe viel gelegen und gesessen, bin nicht viel rumgelaufen und war eigentlich nur drinnen- draußen waren es bis zu 35 Grad, da hab ich es vorgezogen doch lieber im haus zu bleiben 😉 Gekühlt habe ich ca bis  39 Stunden nach der Op Blut gespuckt habe ich ca 3 tage lang, wobei es am Ende nur noch rosa Spucke war.
Der Ekelgeschmack hielt ca 1 Woche an, aber wirklich schlimm war es nur die ersten 3 Tage. Danach war es wirklich auszuhalten Bei mir haben 3 tage lang 1 mal am Tag eine ibu 600 gereicht, Montag bin ich schon wieder arbeiten gegangen  und habe keine Tablette mehr gebraucht.
Hamsterbacken waren bei mir vorhanden- und wie! am 2 tag war es wirklich heftig, aber ab dem dritten tag ging die Schwellung wirklich schnell zurück, nach ca. 1 Woche war gar nichts mehr zu sehen, außer dass die eine Seite schön grün-blau-gelb war 😀 Am 2 tag hatte ich etwas Fieber…
Heute war ich beim Fäden ziehen, das hat etwas gezwickt aber war gar nicht schlimm- wenn man diese Op schon meistert ist Fäden ziehn ein Klacks!
Nun schau ich den Löchern beim zu wachsen zu! geht relativ schnell, nur rechts unten ist das Loch noch ziemlich groß- naja aber da war die extraktion auch ziemlich knifflig- dat wird!
Was Mundhygiene angeht- hab die erste zeit gar nicht geputzt, nur mit lauwarmen Leitungswasser und kamillenBLÜTENtee ausgespült (der gute aus der Apotheke, kein billiger aus dem Discounter. nehmt nicht den losen sondern welchen in Beuteln, bei dem losen können die festen Bestandteile die ja doch mal durch das Sieb durchkommen sich in der Wunde festsetzen) Am Samstag Abend habe ich wieder mit Zähneputzen angefangen, mit einer sehr weichen Kinderzahnbürste und einer milden Kinderzahncreme- dazu habe ich ab Sonntag 2x täglich (morgens und abends nach dem zähne putzen) mit Chlorhexamed gespült. Funktioniert top!
Milchprodukte hatte ich ab dem 4. oder 5. tag, aber seeehr sehr gering!

Ich esse immer noch nichts festes, kauen vermeide ich möglichst an den Seiten- ich könnte zwar, aber ich habe keine Lust die ganze Zeit die Essensreste aus den Löchern zu pulen! da warte ich lieber bis die richtig zu sind!

Respekt wenn du es bis hier hin geschafft hast! 😀

Also: ich weiß, nicht alle sind so locker was Zahnarztbesuche angehen- vor allem nicht bei einer solchen Op. ABER: Bitte bitte macht euch keinen Kopf1 JA, es ist eine Operation, und eine Operation ist immer mit Risiken verbunden und angenehm ist auch sicher etwas anderes. Aber eine Weisheitszahnop ist längst keine Neuheit mehr für euren Chirurgen sondern ein Routineeingriff. Macht euch nicht verrückt! Ich empfehle absolut die Entfernung von allen 4 auf einmal (wenn nötig), denn dann hat man es ein für alle mal geschafft ! Und diese ganze Nachsorggeschichte dauert auch gar nicht so lange 😉 Alles gute! 🙂



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