Tessi, 16: Dicke Backen voraus | Weisheitszahn-OP.de

Tessi, 16: Dicke Backen voraus

Tessi, 16: Dicke Backen voraus

Der 13. November 2012, für mich eines der schlimmsten Daten in diesem Jahr.
Frühs aufgestanden und schon jetzt ein mulmiges Gefühl in der Magengegend gehabt, mir war auf Deutsch zu speien zumute. Ich habe eh schon große Angst vor einem normalen Zahnarzt und dann noch zu einem Zahnchirurgen. „Prima“, war das einzige was mir einviel, als ich hörte, dass meine Weisheitszähne raus mussten.

Also dann ab in die Praxis. Gott, ich wäre am liebsten sofort wieder abgehaun. Sie war zwar recht freundlich eingerichtet, aber schon schön, wenn ein Film über Implantate auf dem Infobildschirm läuft. Mich hat der Mut Stück für Stück verlassen. Wäre ich vom Hauttyp nicht sonderlich hell, hätte man mich auf dem Sessel nichtmehr gesehen, so hatte ich mich darin verkrümelt. Dann wurde ich aufgerufen und mein Mut war wie im Wind verflogen. Zum Glück durfte meine Mutter mit ins Zimmer gehen, anstonsten hätte ich sonst was angestellt. Nunja, dann kam schon die erste Ärztin und hat mir die Spritzen gegeben. Diese waren nichtmal ganz so schlimm, aber haben fürchterlich geschmeckt, da etwas auf Zunge und in den Rachen getropft ist. Bäh kann ich dazu nur sagen.

Als mein gesamter Mund dann taub war, fühlte sich echt komisch an, ging es in den nächsten Raum. Da hab ich einen Rückzieher gemacht, einfach umgedreht und wieder ins Wartezimmer gesetzt. Ok, war vielleicht etwas peinlich, wie mich die anderen Patienten angesehen haben, aber mir war das Wurst. Erst nach ca. 10min. haben es meine Mutter und die Arzthelferin geschafft mich wieder in den raum zu bekommen. Gott, ab da hab ich nur noch gehofft, dass ich da so schnell wie möglich raus kann. Doch nichts da. Ich musste nochmal fast 20min. warten, dann kam endlich der „Hauptarzt“, wenn ich ihn mal so nennen will. Zur Sicherheit wurden mir dann nochmal die Spritzen gesetzt, da ja alles noch gut betäubt war. Und dann gings los.

Ein Glück hatte ich so ein blaues oder grünes Tuch bekommen, wo nur Nase und Mund zu sehen waren. Meinen iPod hatte ich so fest in der Hand, das ich dachte er zerspringt jeden Moment, zum Glück war das nicht der Fall. Nachdem ich meine Musik ganz aufgedreht hatte, gings los. Der Arzt nahm ein Messer od Skalpell und legte meine Weisheitszähne frei. Dann kam sowas wie ein Bohrer oder so ähnlich. Boah, der Arzt hatte so einen Druck auf dem Gerät, dass ich dachte, mir platzt der Kopf. Nach gut 45min. war es dann endlich vorbei und ich durfte aufstehen, allerdings hatte mein Kopf wohl was dagegen und mich begrüßten Kopfschmerzen. Ich musste dann noch ca 10min auf Wattenbällchen beißen, wegen der leichten Blutung noch. Diese wurden dann gewechselt und dann durfte ich endlich nach Hause.

Den Tag hab ich dann natürlich nichts gegessen oder getrunken, da ich mächtig sauer war[passiert immer, wenn ich diese Betäubungsmittel bekomme]. Die Nacht wurde dann durchgemacht, da ich auf dem Rücken liegen musste und so kann ich überhaupt nicht schlafen. Dieser tag wurde dann zum Alptraum. Meine Wangen waren übernacht so angeschwollen, dass ich Tennisbälle damit vergleichen konnte. Meine Güte war das sch**** und es hat geschmerzt, der Wahnsinn. Normal bekommt man ja die Ibuprofen 600 verschrieben, das „SOLLTE“ helfen. Heheh… netter Witz. Ich habe es vor Schmerzen kaum ausgehalten, sodass meine Eltern mir die Ibu 800 besorgen mussten. Selbst die waren nicht grade toll, aber wenigstens konnte ich dann etwas trinken, ohne das ich dachte, man sprengt mir den Kiefer auseinander. Außerdem war das Kühlen wirklich nervig. Meine Hände waren kälter wie die Kühlakkus selbst.

Am 16. Nov. ging es dann erstmal zum Kontrollieren. Von wegen >.< Ohne mein Wissen oder das meiner Eltern, hatten sie mir solche.. ahmm... "Gewebestreifen" in die Wunde gelegt. Keine Ahnung was diese da drinnen bewirken sollten, aber dann wurden sie gezogen. BOAH! Des hat gezogen, echt hammer. Ich dachte, wenn die mir noch einen ziehen, müssen sie sich selbst Zähne ziehn. Ich weiß, das klingt übertrieben, aber genau dieser Gedanke schoss mir durch den Kopf. Nachdem diese Gewebestreifen druaßen waren, durfte ich auch schon wieder heim. Der Tag wurde dann auch wieder von Schmerzmitteln und dem Kühlen regiert. Aber wenigstens konnte ich dann endlich wieder schlafen, die letzten drei schlaflosen Nächte hatten ganz schön an mir gezehrt. Nunja, das Wochenende hatte ich doch gut überstanden und dann war es endlich soweit: 20. Nov. Fäden ziehen. Es tat auch weh, besonders da einer der Fäden schon etwas verwachsen war, aber dann hatte ich den Mist ENDLICH hinter mir. So schnell haben die Arzthelferin und der Arzt nicht geguckt, war ich aus der Praxis draußen. Mein Fazit: Die Op an sich war nichtmal ganz so schlimm, aber die Schmerzen danach waren nicht von schlechten Eltern. Obwohl man es mit gutem Kühlen und den Ibu 800 etwas aushalten lässt. Obwohl man sich gut eine Woche von nichts anderem als Suppe, Pudding oder Joghurt ernähren kann. Eines will ich euch aber noch auf den Weg mitgeben: Besorgt euch KLEINE Zahnbürsten. Damit könnt ihr besser putzen, da ihr den Kiefer so gut wie nicht aufbekommt. Drücke allen noch die Daumen, die es vor sich haben.



1 Kommentar zu "Tessi, 16: Dicke Backen voraus"

  1. Sarah

    Hallo!
    Also diese „Gewebestreifen“ sind Wunddrainagen die mit Antibiotika getränkt sind dazu dienen die Wunde von innen heraus „sauber zu halten“. Die sind eben dazu da um Blut etc das sich in der Wunde ansammelt abzuleiten.

    Nur zur Information 😉

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