Valentina, 16: Alle vier in Vollnarkose in Zahnklinik – Beste Entscheidung

Valentina, 16: Alle vier in Vollnarkose in Zahnklinik - Beste Entscheidung

Huhu ihr Lieben,

ich will euch mal von meiner Weisheitszahn OP erzählen, weil ich mich davor so verrückt gemacht habe. Ich arbeite zwar bei dem Zahnarzt, wo die OP gemacht wurde, aber ich hatte trotzdem mega Angst, weil ich noch nie in Narkose war.

Also vorher läuft das ziemlich normal ab. Ihr kommt mit dem Röntgenbild vom Zahnarzt oder bekommt eins gemacht, dann schaut der Chirurg nochmal drauf, bespricht ob sie raus müssen, man legt die Betäubungsart fest und dann bekommt man seinen Termin in 1-2 Wochen.

So einige Tage vorher habe ich mich dann (unnötigerweise) total verrückt gemacht, geheult, wollte absagen… Die ganze Palette. Am Vorabend darf man dann ab einer gewissen Uhrzeit nichts mehr essen/trinken und das würde ich auch unbedingt einhalten. Ansonsten Kühlakkus und ein bisschen Essen besorgen und dann war ich auch früh ins Bett.

Am nächsten Morgen musste ich dann um 8 Uhr da sein, kam nochmal ins ganz normale Zahnarzt-Zimmer. Die Chirurgin hat dann nochmal mit mir gesprochen, gezeigt, dass die definitiv raus müssen, Betäubungscreme auf die Handrücken für den Zugang (Emla-Creme) und dann wurde ich zur Umkleide gebracht. Bei uns ist es so, dass man einen OP-Kittel trägt, ganz einfach weil man danach schläft und im Mund Speichel und Blut hat. Dann versaut man nur den Kittel und nicht seine Kleidung. Unter dem OP-Kittel trägt man nichts, was auch einfach zu erklären ist: Wenn was während der Narkose etwas sein sollte, wollen die nicht erst Shirt und BH ausziehen, um euer Herz abzuhören oder sowas. Da braucht man echt keine Angst zu haben.

Ich musste mich dann kurz auf einen Stuhl auf dem Flur zum Warten setzen, da war auch schon ein anderes Mädchen, das ebenfalls OP-bereit war und dann ging es auch schon direkt in den Vorbereitungsraum.

Der Vorbereitungsraum besteht eigentlich nur aus ein paar Schränken, einer Liege (wie beim Arzt), ein paar Geräten und einer großen Tür – Die Tür zum OP. Puh jetzt gehts also los, dachte ich mir. Komische Vorstellung zu wissen, dass man hier erst rausgeht, wenn man seine erste Narkose hinter sich hatte.

Die Leute waren aber alle mega lieb und haben mir die Kanüle echt ohne Schmerzen gelegt. Ich sollte mir eine Zahl aussuchen, von der bis 0 zählen und dann pieksen sie ihn rein. Ich hab von 15 aus gezählt, bei 6 meinte sie, dass es schon vorbei ist und die Kanüle perfekt liegt. Erste Hürde also geschafft.

Mit der Kanüle spritzen sie auch direkt ein leichtes Beruhigungsmittel. Innerhalb von 15-20 Sekunden habe ich schon gemerkt, wie mein Herz nicht mehr rast, ich anfange zu grinsen und auf einmal alles ein Stückchen weggerückt ist. Man fühlt sich einfach wohl. Viele Patienten wissen ab dem Punkt auch schon nicht mehr viel, aber ich war einfach ein bisschen zu nervös und wollte außerdem vom OP Saal noch was sehen, weil ich einer Kollegin noch zum Geburtstag gratulieren wollte 😀

Ich wurde dann in den OP gefahren, bin noch selbst auf den OP Tisch. Mit den Armen aus dem Kittel raus, dann bekommt man so EKG-Elektroden auf die Brüste geklebt, Blutdruckmanschette um den Arm und dann wusste ich genau: Der nächste Schritt ist, dass du jetzt einschlafen musst. Dank Beruhigungsmittel fand ich den Gedanken aber echt okay.

Also Spritze in den Arm, „Dann zähl jetzt mal bis 10 Valentina!“. 1,2 – Alles wird leicht verschwommen und ich sehe doppelt, 3 – Mir wird wohlig warm und ich muss grundlos lachen. „Ähhm ich glaub gleich bin ich weg“, 4 – „Nicht kämpfen Valentina. Schlaf gut!“ und 5 – „Moment ich kann nicht gut reden. Mein Gesicht ist dick. Oh es ist ja schon vorbei, gar nicht gemerkt“. Es ist echt total super und ein wunderschönes Gefühl, wenn das Narkosemittel (Propofol) wirkt.

Was ist dazwischen passiert? (Wer das nicht hören will, einfach die nächsten Absätze überspringen) Das kann ich jetzt nur sagen, wie ich es von der Arbeit kenne. Sobald man schläft erhält man einen Schlauch durch die Nase, sie spritzen ein starkes Schmerzmittel (deswegen ist man danach meistens „high“) und etwas dass sich die Muskeln entspannen (also vorher nochmal die Blase leer machen 😉 ). Dann bekommt man eine Beißschiene in den Mund, die ihn aufhält und die Spritzen.

Ab dem Punkt läuft es wie bei der örtlichen Betäubung auch. Man bekommt diese 5 Spritzen, die bei jedem Zahn an vier Stellen eingestochen werden plus eine Ganze in den Gaumen. Damit ist der Mund für den Rest vom Tag erstmal taub. Der Arzt macht dann einen Mini-Schnitt auf der Höhe des Zahns, der Zahn wird aus dem Kiefer rausgenommen und fertig. Das dauert pro Zahn maximal 5 Minuten. Am Ende werden die vier kleinen Schnitte vernäht und sie hören dann auch auf euch Narkosemittel zu geben, so dass ihr recht zeitig aufwacht.

Ich wurde wach als sie mir gerade meinen blutigen Kittel gegen einen neuen getauscht haben. Bin dann aber wieder für die nächste halbe Stunde weggeschlummert und im Aufwachraum zu mir gekommen. Man ist danach definitiv benebelt und braucht eine Begleitperson für nach Hause. Ich weiß z.B. vom Heimweg nur Bruchstücke, auch ans Röntgen und Gespräch mit der Ärztin kann ich mich erinnern. Man fühlt sich komplett fit und checkt selbst gar nicht, dass man nur Unsinn redet oder gegen fast jede Wand läuft. Das ist aber eigentlich ganz witzig, weil das jedem passiert und wir haben da auch schon ziemlich lustige Sachen gehört 😀

Zuhause gehts dann am besten direkt mit Kühlpacks ins Bett und den Rausch ausschlafen. Sobald die Betäubung nachlässt und ihr trinken könnt würde ich die ersten Schmerztabletten nehmen. Die nächsten Tage sind dann einfach nur noch langweilen und warten, dass es vorbei ist. Echt nix schlimmes.

 

 



Hinterlasse einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.