Will, 23: Besser als erwartet

Will, 23: Besser als erwartet

Vor fast 2 Monaten war ich wegen einem ganz anderen Zahnproblem beim Zahnarzt und da wurde beim Röntgen zufällig festgestellt, dass die unteren zwei Weisheitszähne rausmüssen. Eine Überweisung an einen Kieferchirgurgen und ein kurzes Beratungsgespräch später und ein Termin für die Entfernung wurde gemacht.

Ich bin eine Memme was Zahnarztbesuche angeht, gerade weil mir als Kind nicht so gute Erinnerungen geblieben sind. Aber die Situation um den einen Weisheitszahn war schon sehr kritisch und der musste wirklich raus.

Natürlich hatte ich so wie ich bin, mir vorher alle möglichen Seiten durchgelesen und sogar die Prozedur auf Video mal angeschaut (Tipp: Macht das nicht) und war danach nur noch nervöser und ängstlicher.

Ich hatte die Tage vor dem Termin angefangen eine Erkältung zu kriegen, was nun wirklich nicht zur Beruhigung beigetragen hat. Jetzt war es gestern endlich soweit und um Mittag rum saß ich mit leichten Halsschmerzen und einer erkälteten Nase in der Praxis des Chirurgen. Der hat mir versichert dass das nicht so das Problem sei da ich weder die Vollnarkose noch die Sedierungsoption gewählt habe.

Nach 10 Minuten Wartezeit wurde ich den OP Raum gebeten, die Assistentin hat mit mir ein bisschen Smalltalk gemacht und mir gesagt was gleich passieren würde. Ich habe sie dann kurz über die Dauer der OP gefragt und sie meinte in meinem Fall kommt etwa 30 Minuten hin, aber dass es allgemein von der Situation abhängt – manche Weisheitszähne bräuchten länger, manche kürzer.

Dann kam schon der Doktor, hat sich kurz informiert obs mir gut geht und mir wurde mit zwei kleinen Wattedingern die Stellen leicht getupft, wo die Spritzen reinkamen – das macht man wohl damit man den Einstich nicht so extrem spürt.

Ich hab dann einfach meine Augen zugemacht, weil ich nicht sehen wollte wie mir so eine gigantische Spritze da reingestochen wurde.

Das Spritzen hat jedenfalls deutlich länger gedauert als bei so manchen anderen Sachen die ich machen musste; kann sein dass das im Unterkiefer mehr zu spüren ist. Der Arzt meinte jedenfalls da unten soll alles schon ordentlich betäubt sein und daher die etwas mehr Gespritze.

Nach 2 Minuten war der Spuk aber dann auch vorbei und die Assistentin meinte dann man wartet jetzt ein paar Minuten damit sich das Taubheitsgefühl auch entwickelt. In der Zeit durfte ich mir meine Kopfhörer aufsetzen und hab so einen Igelball bekommen damit meine Hände was haben zum raufdrücken.

Und ja, nach 10 Minuten oder so gings dann los, bekam so eine Art Tuch übers Gesicht damits nicht so blendet mit dem Licht und dass ich nichts abbekomme. Der Arzt hat dann noch kurz im Mund rumgepiekst um zu testen ob man da was spürt aber im Nachhinein glaube ich eher der hat mit dem Skalpell da die Sachen aufgeschnitten. Hab dann die Augen zugemacht und versucht mich auf die Musik zu konzentrieren.

Durch die ganze Prozedur hinweg hat er immer kurz angekündigt falls es komische Geräusche gab, das waren dann meist die Hebelversuche nehme ich an. Man spürt absolut nichts aber man hört Knackgeräusche und Geräusche die an Sand unter den Schuhen erinnern und natürlich die Sägegeräusche, die recht irritierend sind, aber nicht so lange halten.

Irgendwann hab ich dann Fäden an der linken Seite gespürt und er hat auf der anderen Seite angefangen. Bei mir war die rechte Seite irgendwie unangenehmer; ich habe da ganz kurz ein dumpfes Drücken und Ziehen verspürt, nicht schmerzhaft allerdings. Die Lippen und Wage wurden bei mir auf der rechten Seite viel stärker gedehnt, jedenfalls hatte sich da so angefühlt, als würde man mir die Wange aufreißen. Irgendwann hat man aber auch die Fäden gespürt, zwei Mullen in den Mund gestopft bekommen und dann war man auch schon fertig.

Nach der OP:
Bekam dann ein Antibiotika verschrieben (zur Sicherheit) und man hat mir gesagt Schmerzmittel nehmen und möglichst gründlich kühlen. Empfohlen wurde mir Ibuprofen, Aspirin sollte man nicht nehmen wegen der Blutgerinnung. Ein Termin zum Fadenziehen die Woche drauf hat man mit mir auch ausgemacht.

Die Stunden direkt nach der OP waren jedenfalls gar nicht so schlimm, der gesamte untere Bereich des Gesichts inklusive Kinn war aber bis Abends taub. Leider hat dann die Betäubung nachgelassen, die Schmerzen kamen trotz Schmerzmittel, wenn auch nicht so schlimm wie angenommen. ich hatte zu dem Zeitpunkt aber angefangen Fieber wegen der Erkältung zu bekommen. Naja, der Abend war recht miserabel aber alles in allem geht’s mir am nächsten Tag schon wieder etwas besser.

Zum Thema Schwellungen: Bis jetzt sehe ich erstaunlich normal aus, keine Hamsterbacken! Ok, vielleicht sieht man etwas dicker um den Mund und Unterkiefer aus aber kaum bemerkbar wie ich finde. Die Schmerzen hallten sich auch in Grenzen, schön sind die nicht aber es ist nicht so als könnte man das nicht aushalten.

Mit den Essenseinschränkungen ist man natürlich etwas blöd dran, aber da kommt man irgendwie durch.

Insgesamt muss man sagen die Erkältung fühlt sich deutlich schlimmer an als die OP.



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