Klaus, 54: Kleines Tagebuch nach WZ-OP..einer musste raus..

Klaus, 54: Kleines Tagebuch nach WZ-OP..einer musste raus..

Tagebuch meiner Weisheitszahnentfernung (einer muss gehen)……..

Wie es begann…..

Mein Backenzahn (37) macht mir schon seit Ewigkeiten Probleme. Manchmal tut er mir 2-3 Tage weh, dann plötzlich wird es wieder besser.
Dieser Prozess läuft nun schon seit einigen Jahren immer wieder so ab, aber ich kann mich einfach nicht überwinden zum Zahnarzt zu gehen. Dabei sind mir vor ca 10 Jahren schon die beiden unteren Backenzähne auf der anderen Seite meines Unterkiefers wegen eines starken Rückgangs meines Kieferknochens entfernt worden. Da, wo sonst Kieferknochen war, gab es nur noch Bindegewebe, und die Zähne mussten raus.

Nun bin ich wieder an diesem Punkt angelangt. Zumindest scheint es so, denn ich muss zu meinem Entsetzen feststellen, dass der Backenzahn 37 nur noch hin-und herwackelt.

Als ich mich dann am 08. 04. 14 doch dazu durchgerungen hatte, zum Zahnarzt zu gehen, konnte ich die halbe Diagnose schon mitbringen.

Der 37 muß raus.

Es wurde ein Röntgenbild meines Kiefers angefertigt, und meine Diagnose ging voll auf:

Querliegender Weisheitszahn

Aber dann das kleine zusätzliche Schmankerl meiner Zahnärztin…….

„Der Weisheitszahn ist ja noch drin und drückt von der Seite gegen den 37er. Der Weisheitszahn muss unbedingt auch raus……

Upps, irgendwie hatte ich das bei meiner eigenen Diagnose ja so im Gefühl, aber dass ich unbedingt so recht haben musste……..

Ich bekam noch am gleichen Tag einen Termin beim Kieferchirurgen. Meine Zahnärztin machte Druck.

Der Chirurg  war mir sofort sympathisch. Er schaute auf mein Röntgenbild und sagte  kurz und trocken: Das ist nicht ganz einfach, weil der Zahn quer und noch nahezu vollständig im Kiefer sitzt. Den werde ich spalten müssen. Dabei lachte er mich sehr sympathisch an, und irgendwie war ich dennoch beruhigt. Ich hatte irgendwie noch nie ein solches Vertrauen zu einem Arzt.

Jetzt oder nie……

Der Termin war genau eine Woche später am 15. 04. Ich muss zugeben, dass ich trotz meines Alters immer noch etwas Bammel in den Tagen davor verspürte.

Der Chirurg fragte, ob ich die örtliche Betäubung haben wollte, oder lieber die „Schei…egal-Spritze.

Er empfahl mir die Schlafspritze, die ich zwar selbst bezahlen musste, aber er sagte gleich, dass er etwas arbeiten müsse, um den Zahn rauszukriegen, und wenn ich es mir leisten könne, sollte ich mir das nicht unbedingt antun.

Guuuter Doktor J

Der 37 interessierte mich nun schon lange nicht mehr.

15. 04.

Es ist soweit.

Meine Frau ist mitgekommen, da die Schlafspritze eine ähnliche Wirkung hat, wie 2 mal besoffen gleichzeitig.

Und der Arzt sollte recht behalten. Die OP dauerte nur ca 15 Minuten (sagte meine Frau später).

Wie ich nach hause gekommen bin weiß ich absolut nicht. Bin wohl mit meiner Frau nach der OP noch in der Stadt in der Apotheke gewesen, kann mich allerdings an nichts genaues nach der OP erinnern. War garantiert die richtige Entscheidung mit der Spritze. Wo ich unsere Millionen versteckt habe, hab ich meiner Frau aber trotzdem nicht verraten J

Die OP war um 11.00 Uhr. Um ca 13.00 war ich wieder zuhause, und glasklar, konnte mich nur an die letzten 2 Stunden nicht erinnern.

Meine Backe:

Holla, da war praktisch nichts zu sehen. Nur meine Lippen waren noch so betäubt, dass ich beim Trinken nur auf der einen Seite das Glas an meinen Lippen spüren konnte.

Schmerzen:

Leichter Schmerz setze beim nachlasen der Betäubung ein. Gegen meine Zahnschmerzen, die ich manchmal hatte, war das Pippikram. Dennoch habe ich mir eine 400er Ibuprophen gegönnt, und war in Topform.

16. 4.

Als ich morgens aufwachte, merkte ich schon, dass meine Backe irgendwie anders war. Tat nicht weh, war aber anders.

Im Spiegel sah ich dann eine leicht verdickte Wange.

Um 11.00 hatte ich Termin beim Chirurgen.

„Sieht gut aus“, sagte er. „Nach ca 36 Std ist die Backe dann meist am dicksten“, womit er Recht behalten sollte. Am Abend war ich dann „Vollhamster“.

Das Unangenehmste ist, dass man den Kiefer nicht richtig auseinander bekommt. Ein Stück Toastbrot, waagerecht mit den Fingern reingeschoben, ging gerade noch. Das Kauen war allerdings sehr unangenehm.

17. 04.

Der Kiefer will immer noch nicht richtig. Zum Frühstück gab´s Brot ohne Kruste, Mittags Erbsensuppe aus der Dose, und am Abend Linsensuppe aus der Dose.

Ich mag Eintopf !!!
18. 04.

Heute Morgen hab ich mir ein Brötchen gegönnt, Vor dem reinbeißen musste ich erst meinen Kiefer dehnen, damit das halbe Brötchen reinpasste, aber dann ging´s. Das Kauen tat auch nicht mehr so weh.

Die Backe war schon deutlich abgeschwollen, aber immer noch sichtlich dicker als die Andere.

Mittags habe ich es dann schon geschafft fast schmerzfrei meinen Kiefer so weit aufzureißen, so dass ich einen Löffel mit selbst gekochtem Eintopf wieder nahezu vollständig in meine Schnute stopfen konnte. Da wird einem erst einmal bewusst, wie schön Essen sein kann.

Am Abend gab`s dann sogar Pommes…..

Die Schmerzen waren übrigens schon am Vortag völlig abgeklungen, außer am Abend, als ich mir mit der Zahnbürste ungeschickt auf die Naht in meinem Mund gehauen habe. Hatte auch sofort angefangen zu bluten, ließ dann aber über Nacht wieder nach.

19. 04.

Die Backe ist wieder fast normal. Ich kann wieder kauen, meinen Mund weit genug öffnen um alles Leckere in mich reinzustopfen. Herrlich !!!!!!

Allerdings ist es noch nicht ganz so, wie vor der OP. Dennoch…ich bin froh, dass ich es hinter mir habe……



Hinterlasse einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.