Lena, 17: Easy ~ Alle vier raus in Vollnarkose | Weisheitszahn-OP.de

Lena, 17: Easy ~ Alle vier raus in Vollnarkose

Lena, 17: Easy ~ Alle vier raus in Vollnarkose

Mir wurden heute meine Weisheitszähne gezogen und ich will euch mal berichten, wie es mir so erging:

Ich hatte brutale Angst vor der OP, seit ich meine Zahnspange hatte und wusste, dass die Dinger irgendwann raus müssen. Naja jahrelang verdrängt bis mein Zahnarzt mir dann “So Lena, jetzt wirds langsam mal Zeit für deine Weisheitszähne. Ich schreibe dir eine Überweisung an den Kieferchirurgen”. Naja ich hatte schon richtig viel davon gehört und meistens nix Gutes. Der Termin in der Zahnklinik ging recht schnell, sie zeigte mir, dass alle Zähne verdreht liegen und gegen die Anderen drücken und machte auch klar, dass sie es ungern in örtlicher Betäubung machen möchte. Also hatte ich nicht nur meine erste OP sondern auch meine erste Vollnarkose vor mir.

Die Tage vor der OP ging es mir richtig schlecht und ich habe mich viel zu verrückt gemacht. Vor der Vollnarkose hatte ich mehr Panik als vor der eigentlichen OP, aber irgendwann war der Tag dann auch gekommen. Ich sollte um 8 Uhr da sein, also konnte ich nichtmal ausschlafen. Also nur schnell unter die Dusche, Kühlpacks in die Gefriertruhe gelegt und ab zur Klinik.
Dort war ich ganz alleine im Wartezimmer, was irgendwie eine komische Stimmung war. Ich wurde dann rein gerufen und dachte es geht los. Mein Puls ist komplett ausgerastet, aber letztendlich war es erstmal ein Vorgespräch. Die Narkoseärztin erklärte mir, wie sie mich gleich ins Traumland befördern will und machte mir Hoffnung, dass der Narkoserausch sich ganz gut anfühlen soll.

Also nochmal in ein anderes Wartezimmer und da war Gott sei Dank noch ein Junge in meinem Alter. Yeah, ein Leidensgenosse. Wir kamen ins Gespräch und ich erfuhr, dass er auch die Weisheitszähnchen raus bekommt, nur bei einem anderen Arzt. Kurze Zeit darauf brachte uns die Arzthelferin jedem einen Becher Wasser und zwei kleine Pillen (Valium), die wir nehmen sollten. Ich nahm sie und war fest der Überzeugung, dass die bei mir eh nicht wirken, weil auch mal Schmerztabletten genommen habe und die exakt Null bei mir bewirken.
Naja was soll ich sagen, nach 10 Minuten hab ich mich extrem betrunken gefühlt und war nur noch am Kichern. Zum Glück gings dem Kerl genauso und wir haben uns bestens verstanden. Wir wurden dann beide in unterschiedliche Umkleiden geführt, wo wir uns einen Krankenhauskittel anziehen sollten. Also einmal komplett ausgezogen und das bisschen Stoff übergestreift, aber Dank Tablette war mir das komplett egal. Ich war auch echt schwummrig auf den Beinen 😀

Wir kamen nochmal in dieses Wartezimmer und die Wirkung der Tabletten wurde einfach immer stärker. Mir war alles komplett egal, was passiert und ich fand alles lustig. Der Raum hat auch einfach so geschwankt, als wäre ich betrunken. Irgendwie war alles wie in Watte und die Haut auch so leicht betäubt. Selbst als uns der Zugang gelegt wurde, schaute ich entspannt dabei zu und spürte auch gar nicht, wie sie mir die Nadel in den Arm pieksten und ich HASSE Nadeln.

Irgendwann wurde der Kerl dann aufgerufen und ich kurze Zeit später. Als ich dann durch den Flur geführt wurde, sah ich, dass er im linken Zimmer bereits liegt und nichts mehr mitbekommt. Ich weiß nicht, warum die Tür noch offen war, aber er lag da und hatte wie im Film diese Maske auf dem Gesicht. DIe Krankenschwester hat dann schnell die Tür zugemacht, als sie das gemerkt hat, aber ich fand das in dem Moment gar nicht creepy.
Naja ich kam dann in den rechten Raum und wusste, dass es jetzt losgeht, aber war total relaxt.

Also einmal aus dem Kittel geschlüpft und dafür eine Decke über bekommen. Die Arme auf solche Armlehnen gelegt, wo sie auch mit Klettband festgemacht wurden, dass ich nicht um mich Fuchtele im Schlaf und solche Aufkleber für den Herzschlag auf die Brüste. (Die Dinger hinterlassen eklige Kleberreste). Die Ärztin meinte dann zu mir “So Lena, dann kannst du jetzt mal Anfangen bis zu 10 zu zählen.” Ich fragte dann noch: “Wie gehts schon los?” und schwupps war ich weg 😀 Ich weiß noch das hat im Arm gekribbelt und ich habe richtig gemerkt, wie es sich in der Brust kribbelnd verteilt, aber das war ein angenehmes kribbeln vom Hals bis in den Unterleib. Dann hat sich das Piepsen vom Herzschlag kurz wie Musik angehört und der Raum hat sich gedreht, als ich dann versucht habe klar zu sehen, hab ich erkannt, dass ich im Aufwachraum bin. Ich weiß also gar nicht, wie viel von den Gefühlen beim Einschlafen, im Schlaf und beim Aufwachen passiert sind 😀

Naja im Aufwachraum hat man auf jeden Fall nicht seine besten Momente. Ich bin immer wieder eingeschlafen, hab verwirrte Nachrichten verschickt und konnte null sprechen weil mein Mund taub war. Ich habe auch den absoluten Filmriss und weiß erst wieder etwas von dem Heimweg. Irgendwann habe ich den Kerl wohl auch noch nach seiner Nummer gefragt. Keine Ahnung ob davor oder hinterher 😀 Jetzt liege ich hier, kühle und merke wie die Wangen von Minute zu Minute dicker werden. Ich bin auch noch brutal neben der Spur von der Narkose, aber das soll 24h anhalten, wie die Ärztin meinte.

Ich hoffe ich konnte euch etwas die Angst nehmen.



1 Kommentar zu "Lena, 17: Easy ~ Alle vier raus in Vollnarkose"

Hinterlasse einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.