Sophie, 19: Alle vier in Vollnarkose

Sophie, 19: Alle vier in Vollnarkose

Hey:)
Ich möchte euch mal ausführlich von meiner OP erzählen. Denn ich hatte ziemliche Angst und habe einfach nur Horrorstories von meinen Freund*innen gehört! Zuerst einmal: Es ist gar nicht schlimm. Trotzdem war ich sehr aufgeregt, da ich noch nie im OP oder unter Narkose lag. Aber fangen wir vorne an

Zahnarzt und Anästhesiegespräch:
Mein Zahnarzt sah auf den Röntgenbildern, dass meine Zähne langsam am größer werden sind und schief liegen und überwies mich zum Kieferchirurg. Dort wurde nochmals geröngt, der Eingriff besprochen und auch direkt die Narkose geklärt.
Es werden euch Fragen gestellt zu Vorerkrankungen usw. Ihr werdet gewogen, gemessen, Blutdruck gecheckt und dann wurde mir der Ablauf erklärt. Zum Schluss bekam ich meinen OP Termin für drei Tage später

Tag der OP:
Ich habe die Nacht zuvor kaum geschlafen. Durfte 6h davor nichts mehr trinken/essen und hab morgens noch schnell geduscht. Punkt 7:00 Uhr musste ich da sein und kurz im Wartezimmer Platz nehmen. Dann kam schon eine ganz ganz liebe OP Schwester und hat mich zur Umkleide gebracht. Das ist im Prinzip wie im Schwimmbad, ein Raum mit Spinden in denen ihr eure Sachen einschließen könnt.
Ich bekam ein OP Hemd (so eins was hinten offen ist) und eine Haube für meine Haare (am besten vorher zusammen binden). Es ist nicht schön, aber es muss wirklich alles aus (auch Unterhose und BH) damit im OP alles steril bleibt. Fühlt sich komisch an, aber die kennen das ja (und gucken euch nix weg 😉 ). Dann wurde ich schon ins Zimmer gebracht (ganz normales KH Zimmer) und durfte mich in mein Bett legen.

In meinem Zimmer lag ein anderes Mädchen, die auch die Weisheitszähne raus bekam. Das beruhigte mich etwas. Die Schwester brachte uns noch einen Dormicum-Saft zum trinken und keine 10 Minuten später setze schon die beruhigende Wirkung ein 😀 Die Wirkung war der Wahnsinn 😀 Fast zeitgleich mussten wir beide grundlos lachen und hatten einen richtigen Lachflash. Der Raum drehte sich, als hätte ich zu viel getrunken und mir war das alles was passieren sollte sowas von egal. Wie lange wir warten mussten, weiß ich gar nicht mehr. Der Saft macht nämlich auch echt müüüde und ich machte erstmal ein Nickerchen. Danach war ich wieder topfit, aber immer noch sehr high.

Dann wurden wir beide abgeholt und Richtung OP geschoben (gehen ist nach dem Saft nicht mehr drin haha). Sie kam in den linken OP Saal. Ich in den rechten. Wuhu, es geht also los^^ Im Raum musste ich vom Bett auf eine Liege klettern und auch gleich den Kittel ausziehen. Mein Arm wurde ausgestreckt an der Seite festgemacht (dass man ihn nicht ungewollt bewegt, da kommt die Narkose rein) und mir wurde ein Zugang gelegt. Gleichzeitig klebte mir die andere Schwester EKG-Elektroden auf die Brüste (machten hinterher schöne rote Flecken beim Abziehen), machte die Blutdruckmesser-Manschette am Arm fest und ich bekam einen Sauerstoff-Clip an den Finger.

Dann kam die Narkoseärztin und erklärte mir, dass es mein Job wäre zu versuchen möglichst lange wach zu bleiben und dabei zu zählen. Sie meinte scherzhaft, dass sie mich hinterher abfragt, wie weit ich gekommen bin 😀 Es waren also wirklich alle sehr locker drauf 😀

Joa und dann ging es los. Sophies erste Narkose haha Sie spritze mir eine weiße Flüssigkeit und sofort kribbelte mein Körper (aber ganz angenehm, keine Sorge 😉 ). Erst habe ich es im Arm gespürt, dann in den Brüsten bis runter in den Unterleib und dann wurde ich auch schon müde. Es ist ein wahnsinnig cooles Gefühl, weil man richtig merkt wie der Kopf benebelt wird und man entspannt. Ich weiß noch wie ich dachte „In dem Zustand knutschen ist bestimmt super“ und dann war ich weg 😀 😀

Um 8:15Uhr wurde ich narkotisiert. Um 11 kam ich langsam zu mir und war richtig weit weg noch. Die Augen sind super schwer und ihr schlummert immer wieder weg. Aber es tut nicht weh. Der Mund ist zusätzlich betäubt und ihr merkt nichts 🙂 Irgendwann durfte ich mich wohl anziehen und meine Mama brachte mich zum Auto. Das weiß ich ehrlich gesagt aber nur von Erzählungen. So richtig weiß ich erst wieder was von Zuhause. Man ist wirklich weit weg, aber es ist ein lustiges Gefühl. Ich habe bestimmt 10 Minuten zuhause drüber nachgedacht, warum ich keinen BH an habe bis mir einfiel „Sophie, du wurdest eben operiert“ und dann musste ich über mich selbst lachen 😀 Aber ja, ihr merkt. Selbst nach Hause fahren oder an dem Tag noch etwas machen, sollte man nicht 😉

Zuhause hab ich auch regelmäßig Schmerzmittel genommen ( Novalgin & Ibuprofen 800mg ) und damit hatte ich null Schmerzen! Kühlen hilft auch sehr.
Das einzig nervige ist in der ersten Woche die Kiefersperre. Der Mund geht kaum auf und ist geschwollen. Wenn aber nach einer Woche die Fäden raus kommen, wird es schnell besser und nach zwei Wochen ist der Spuk vorbei. Keine Angst und grüßt das Traumland von mir!



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