Heinrich, 24: Langwierige Heilung

Heinrich, 24: Langwierige Heilung

Meine unteren Zähne (38 und 48) waren um 90° nach vorne gedreht, die Wurzeln also nach dorsal. Die oberen Zähne (18 und 28) kamen normal, hatten aber keinen Gegenspieler im Unterkiefer. Der Zahnarzt machte ein Röntgenbild und meinte lapidar, die müssten bei Gelegenheit mal raus, eilt aber nicht.

Ein Jahr später bin ich dann mit dem Röntgenbild zum Kieferchirurg, der bestätigte die Diagnose und meinte, in den angrenzenden Zähnen (37 und 47) sei bereits Karies vorhanden. Ich solle nicht zu lange warten, damit die Karies behandelt werden kann. Na Super, warum macht der Zahnarzt teure Röntgenbilder, wenn er sie nicht befunden kann? Zur Wahl gestellt wurden mir zwei Sitzungen (re./li.) mit lokaler Betäubung oder alle 4 auf einmal, dann aber mit Vollnarkose und stationärem Krankenhausaufenthalt (damals noch Kassenleistung). Da zwischen der letzten Prüfung und dem Beginn des Sommersemesters nicht viel Zeit verblieb, entschied ich mich für diese Variante.

Von der OP selbst habe ich natürlich nichts mitbekommen, außer das der Anästhesielehrling meine superdicken Venen nicht punktieren konnte. Den Nachmittag habe ich ziemlich verschlafen, mit kurzen wachen Momenten.

Schmerzen hatte ich das erste mal in der folgenden Nacht um 3:00, war aber mit einer Tablette rasch wieder behoben. Ab dem dritten oder vierten Tag habe ich dann keine Analgesie mehr benötigt.

Essen im Krankenhaus war ziemlich abwechslungsreich, Gemüse, Kartoffeln, Reis, Fleisch – aber alles püriert. Besser, das Auge ißt mal nicht mit. Die Mundöffnung reichte gerade so für einen Löffel. Am dritten Tag ging’s dann Heim, Einschränkung der Mundöffnung und Beißfähigkeit wurde jeden Tag besser, somit auch die Nahrungsaufnahme. Nach 10 Tagen hatte ich keine Einschränkung mehr. Nach drei Wochen war ich mal in den Alpen beim Wandern, da habe ich dann doch gemerkt, dass die Leistungsfähigkeit fehlt. Im Kiefer und Kopf hat alles gepocht und nach 400 Höhenmetern habe ich aufgegeben.

Dann kam des Dramas zweiter Teil, alles mit lokaler Betäubung über drei Wochen: Wurzelbehandlung am 37, Wurzelbehandlung am 27, erneute Wurzelbehandlung am 37, Resektion des 37 (Vielen Dank, Du Volltrottel!). Ein Jahr ohne Behandlung hat die Karies munter weiter wachsen lassen.

Ich habe jetzt einen anderen Zahnarzt. Der hat 4 Jahre später nochmal die Füllung im 27 erneuert, mit dem Kommentar, dass das eingesetzte minderwertige Füllungsmaterial eigentlich nur für Provisorien eingesetzt werden darf….

Mein Rat: traut Euch, alles etwas unangenehm aber nicht wirklich schlimm, zuwarten macht’s nicht besser!



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