Joel, 23: Angstpatient und Jahre hinausgeschoben

Joel, 23: Angstpatient und Jahre hinausgeschoben

So, nun bin ich dran. Ich sitze hier mit Eisbeutel um die Wange und bin dankbar, dass die OP vorüber ist. Jahrelang habe ich die OP vor mir hingeschoben, was sich zu einer regelrechten Phobie entwickelt hat. Meine Zähne haben immer wieder gezogen, auch Kopfschmerzen hatte ich. Aber ich wollte sie einfach nicht ziehen.

Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus, und ich ging zur Zahnärztin. Eine Besprechung kann ja nicht schaden. Da habe ich dann ein Röntgenbild gemacht. Zähne oben wunderschön heraus gewachsen, unten jedoch beide QUER und noch im Kieferknochen!!! Mir rutschte das Herz in die Hose. Da die Ärztin meinte, das die unteren beiden sehr gefährlich seien, und viel kaputt machen können, hatte ich also keine Wahl mehr. Da war mein Verstand dann doch über all den Emotionen. So wurde ich an einen Kieferchirurgen weitergeleitet. Da hatte ich dann ein Erstgespräch, wo mir alles erklärt wurde.

Der Termin war dann drei Wochen später. Ich schob Panik, las im Internet tagelang Berichte, und was alles schief gehen kann. Mein Glaube hat mich in dieser Zeit stark getragen, und durch die Gebete wurde ich vor der OP immer ruhiger. Sogar auf die Sedierung, welche ich unbedingt wollte, konnte ich vor der OP verzichten. Nun lag ich da, und redete mit der Assistentin. Dann kam der Chirurg und gab mir je Seite etwa 4-5 Spritzen (!). Ich dachte die Spritzen seien riesig und brutal schmerzhaft. Es war jedoch ein kleines Gerät, und total auszuhalten. Nach dem ersten Stich waren die anderen sowieso kaum mehr zu spüren.

15 Min später ging es dann los. Zuerst wurde natürlich getestet ob ich nichts mehr spüre. Und tatsächlich: Ich spürte absolut rein gar nichts. Natürlich war da ein Druck, aber definitiv nicht schmerzhaft. Der Arzt und die Assistentin fragten immer wieder ob alles OK ist, und sie nachspritzen sollen. Ich fühlte mich total wohl. Normalerweise geht so eine OP 20 minuten, da meine unteren aber wie gesagt quer waren, ging alles in Allem eine gute Stunde. Musik hörte ich übrigens auch dabei. Ich spürte noch gar nichts, die Betäubung hielt noch eine weitere Stunde. Die Schmerzen danach sind etwas intensiver. Aber auch mit den Medikamenten ist das total auszuhalten.

Also an alle: Das wird schon!!!



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