Michelle, 20: 4 auf einen Streich unter Vollnarkose – die allerbeste Entscheidung

Michelle, 20:  4 auf einen Streich unter Vollnarkose - die allerbeste Entscheidung

Hey ihr Lesenden,

zu allererst: ich bin der größte Angsthase und die allergrößte Heulsuse, die
es auf diesem Planeten wohl gibt. Deshalb wollte ich auch unbedingt einen
Erfahrungsbericht für die schreiben, die ihre Angst vielleicht selbst auch als
übermäßig wahrnehmen.

Zu meiner Vorgeschichte: ich habe bis vor ca. 5 – 6 Jahren noch eine feste
Zahnspange getragen. Vor einigen Monaten brach dann der erste Weisheitszahn durch
und im Laufe der letzten Monate und Wochen hat sich alles wieder reichlich
verschoben.

Kurz vor der OP heute war ein Zahn komplett durchgebrochen, der andere zur
Hälfte, einer nur mit einer Ecke und der andere war vollständig unter dem
Zahnfleisch begraben.
Da ich schon im Vorfeld riesige Panik und einen ausgeprägten Ekel vor dem
Eingriff hatte, habe ich mich trotz der hohen Kosten von 280 Euro für die
Vollnarkose entschieden.

Der Ablauf an sich: ich musste bis mittags um 13 Uhr nüchtern bleiben; es
empfiehlt sich, am Tag davor abends ein Festessen ohne Ende zu veranstalten,
sonst ist die Zeit bis zum nächsten Essen ziemlich lange.
Ich wurde von der Anästhesistin über das Vorgehen aufgeklärt, konnte ein
letztes Mal fragen stellen und kam dann mit deutlicher Verspätung in den OP. Ich
musste schon gestern Abend, am Tag vor der OP, weinen wie ein Wasserfall und als
ich heute Mittag die Praxis gesehen habe, kamen mir gleich wieder die Tränen; am
meisten Angst hatte ich letzten Endes vor dem Narkosemittel und von dem Eintreten
von der Bewusstlosigkeit.
Im OP drin wurde die Angst dann noch mal eine Ecke schlimmer … die
Narkoseärztin hat das natürlich gemerkt und mir gleich die erste Ladung
Medikamente in die Venen gejagt (Schmerzmittel und Antibrechmittel für danach),
danach habe ich mich gefühlt als hätte ich viel zu viel getrunken, mit der
Angst war es dann glücklicherweise auch schnell vorbei 🙂 Dicht gefolgt hieß es
dann, die Narkose würde eingeleitet werden und keine 3 Sekunden später:
völliger Filmriss. Es ist nicht so, wie wenn man schläft, sondern eher, als
wäre man kurz gar nicht mehr da und dann setzt das Bewusstsein wieder ein und
ihr seid wieder am Start 😀 Als ich aufgewacht bin, habe ich erstmal irgendwas
vor mich her gebrabbelt, dann sollte ich mich aufsetzten und war auf einmal
hellwach. Allgemein war ich danach gar nicht müde sondern eher fit und total
erholt.
Nach ein paar schnellen Schritten durch die Praxis durfte ich auch schon wieder
heim.

Was die Schmerzen angeht: leider hatte ich schon unmittelbar nach der OP starke
Schmerzen und durfte noch in der Praxis eine Ibuprofen 800 schlucken – ich habe
richtig gespürt, wie sich die Zähne (vielleicht wegen des freien Platzes)
verschieben, die waren total empfindlich. Glücklicherweise ist der Schmerz von
den anderen Zähnen aber zurück zur Wunde gewandert und eher dumpf, also völlig
erträglich.

Was das Essen angeht: Auf keinen Fall warmes! Ich hab heute am ersten Tag
Babybrei, pürierte Spaghetti mit Tomatensauce (mit Eiswürfel gekühlt) und
Smoothies gegessen.
Kauen könnte ich theoretisch sogar ein bisschen, aber ich habe Angst, dass was
an die Wunde kommt.

Was die Schwellung angeht: bei mir ist sie nur einseitig, ist zwar schon sehr
dick aber die andere Seite sieht noch original aus wie heute morgen. Kühlen tut
einfach richtig gut, weil man damit auch die Schwellung im Zaum halten kann 🙂

Insgesamt kann ich sagen: wer ängstlich ist oder wer zu schnellem Ekel beim Blut
sehen etc. neigt, dem empfehle ich auf jeden Fall die Vollnarkose. Ihr schlaft
ein, wacht gefühlt sofort danach auf und es ist vorbei, ohne dass ihr nur einen
Funken Blut, Zahn, Knochen oder Zahnfleisch gesehen habt. Auch wenn der Preis von
– in meinem Fall 280 Euro – echt gesalzen ist: es lohnt sich jeder Cent davon 🙂



2 Kommentare zu Michelle, 20: 4 auf einen Streich unter Vollnarkose – die allerbeste Entscheidung

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