Anna Lena, 26: Das sieht ja aus wie Marmelade | Weisheitszahn-OP.de

Anna Lena, 26: Das sieht ja aus wie Marmelade

Anna Lena, 26: Das sieht ja aus wie Marmelade

Als erstes möchte ich sagen, dass ich diese Seite mit ihren Informationen und Berichten als sehr hilfreich empfunden habe. Nun möchte ich mich mit meiner Erfahrung auch hier verewigen.

Ich hatte im Sommer eine richtig fiese Weisheitszahnentzündung rechts unten. Das Hervorbrechen des Zahns gestalte sich als schwierig und gemein. In dem Moment hatte ich mir gewünscht, dass meine Zahnärztin den sofort rausreißt – echt! Aber sie war der Meinung, meine Weisheitszähne könnten drin bleiben. Mit ihr hab ich künftig noch ein Hühnchen zu rupfen.

Im Oktober hatte ich dann eine Zahnfleischentzündung, weil der rechte oben in die Wange piekte. Da war dann meine Zahnärztin der Meinung, dass der Zahn dann doch raus müsste. Ich dachte, man könnte den vielleicht abschleifen :-)…na ja, träumen wird man ja wohl noch dürfen. Sie hat mich zur MKG-Chirurgie überwiesen. Dort war ich megaaufgeregt, weil ich dachte, dass sie mir den Zahn dort gleich ziehen würden. Aber nix da – das Röntgenbild sagte etwas gaaanz anderes: ALLE MÜSSEN RAUS. Ich dachte, ich heule los auf dem Zahnarztstuhl, obwohl ich schon 26 bin.

Dann sagte mir die Ärztin, sie würde es gern in Vollnarkose machen, weil ein Zahn nervennah liege. Ich dachte nur: Wo soll ich das Geld hernehmen als arme Studentin, ABER durch die Begründung mit der Lage des Zahns musste ich nichts bezahlen. Dann vereinbarte ich einen Termin am 30.01.2013, weil ichs möglichst rausschieben wollte (ich weiß, ist nicht besonders rational, aber meine Vernunft war schon längst ausgewandert). Tja, am 02.11. bekam ich wieder Schmerzen und verschob den Termin dann auf den 30.11.2012.

Ich war wirklich sehr aufgeregt, vor allem auch vor der Narkose, was sich im Nachhinein auch gar nicht als so unberechtigt darstellte. Am OP-Tag kam ich um 09:00 Uhr in die Chirurgie-Praxis und wurde sofort in den Aufwachraum geführt, wo ich mich umziehen sollte. Mit einem viel zu großen Bademantel und peinlichen Badelatschen wurde ich dann in den OP geführt.

Die Anästhesistin war sehr nett. Sie erklärte mir alles und man legte mir dann den Zugang. Das Narkosemittel wurde mir verabreicht und mir wurde etwas schwummerig – und jetzt kommt das dicke Ding – mehr aber auch nicht. Ich konnte mich nicht wirklich mehr bewegen, da spritzten sie mir in den Mund die ganzen Betäubungsspritzen (von denen ich gehofft hatte nichts mitzubekommen) und DANN zogen sie mir ohne auf die Betäubung zu warten den ersten Zahn und auch den zweiten. Ich habe dann Geräusche von mir gegeben und geweint und dann haben sie wohl was an Narkose nachgelegt. Aber das war wirklich schrecklich.

Die anderen Zähne hab ich nicht mehr mitgekriegt – ein Glück. Meine OP dauerte laut Angaben meiner Mutter nur eine halbe Stunde. Das erste, was ich zu ihr gesagt habe, war: “Ich habe alles mitgekriegt!” Na ja, das stimmt nur zur Hälfte, aber in dem Moment war ich auch zu benebelt. Meine Mutter hat sich dann bei der Anästhesistin aufgeregt und die meinte: “Wir mussten die Narkose so niedrig wie möglich halten, weil es sonst zu gefährlich gewesen wäre.” Ich muss dazu sagen, dass ich leider Untergewicht habe.

Im Nachhinein bin ich auch nur noch halbärgerlich darüber, weil ich dadurch immerhin nicht so viel Narkosegift in mir drin hatte. Was ich echt am ekligsten nach der OP fand, war das Blut. Beim ersten Ausspucken hab ich noch gelacht und gesagt: “das sieht ja aus wie Erdbeermarmelade.” Doch als ich dann alle zwei Minuten Blut spucken musste, war ich genervt. Ich wollte schlafen und nicht rumeumeln.

Zu Hause begann ich sofort mit Kühlen. Mein Tipp: Man nehme ein olles Tuch und wickle es sich mit den Coolpacks um den Kopf. Dann muss mann die Dinger nicht die ganze Zeit festhalten. Wenig später kamen dann die Schmerzen, aber ich fand, die waren gerade so aushaltbar und nahm deswegen keine Schmerzmittel. Dafür konnte ich aber noch den ganzen Nachmittag Blut spucken. Auf Essen hatte ich an dem Tag keine Lust, der Blugeschmack ist echt nicht so delikat, aber ich habe zwei Tassen Kamillentee mit Traubenzucker getrunken und eine klein gematschte Banane verdrückt.

Die erste Nacht konnte ich nicht schlafen – die Schmerzen waren schon nicht so schön und diese Blutsache…! Den nächsten Tag musste ich zur Nachkontrolle (ich wurde sehr gut nachbetreut, muss ich sagen) und dort riet mir die Ärztin, doch Schmerzmittel zu nehmen, weil diese auch entzündungshemmend seien. Achso, von einer fetten Schwellung blieb ich verschont.

Die nächsten Tage verschlimmerten sich die Schmerzen und ich war froh, dass Schmerzmittel erfunden wurden. Aber es war alles im Großen und Ganzen aushaltbar. Ich habe ausschließlich Kamillentee getrunken.Habe mir die tolle Zahnbürste mit den superweichen Borsten besorgt (die ist echt klasse!). Es ist übrigens echt toll einen Pürierstab zur Hand zu haben. Ich hab da zum Beispiel pürierte Lasagne gegessen. Sehr zu empfehlen ist auch der Pudding von Alpro-Soja, wenn man noch keine Milchprodukte essen soll. Chlorhexamed Alkoholfrei desinfiziert die Wunden gut (nur nicht damit übertreiben). Ich war zwischenzeitlich echt genervt von der “Moppelkotze” (so hab ich immer das breiartige Essen bezeichnet), aber ein Ende ist ja absehbar.

Eine Woche später wurden dann die Fäden gezogen. Und ich hab mich extra geschminkt, weil ich dachte: das tut bestimmt nicht weh. Tja, IRRTUM, das tat doch ziemlich weh, so dass mir die eine oder andere Träne mit Mascara vermischt runterlief. Aber vielleicht war das nur bei mir so (ich hab nämlich gelesen, dass das eigentlich nicht wehtun soll).
Nun ist das Ganze zwei Wochen her. Schmerzen sind fast weg, Mund geht vollständig auf, ich kann fast alles wieder essen. Nur eins nervt mich: diese Löcher, die die Weisheitszähne hinterlassen haben. Darin sammeln sich immerzu Essensreste und ich muss das ständig spülen. Hab mir aber sagen lassen, dass sei normal und wird wieder besser.

Mein Fazit: Eine Weisheitszahn-OP ist schon nicht ohne, aber überstehbar und das tollste – DIE DINGER WACHSEN NIE WIEDER NACH :-D. Viel Glück an alle, die es noch vor sich haben und gute Besserung an alle, die gerade mit den Nachwirkungen zu kämpfen haben!



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