Florian, 33: Alles halb so wild | zwei Zähne mit Lachgassedierung

Florian, 33: Alles halb so wild | zwei Zähne mit Lachgassedierung

Als ich im Dezember 2021 zur normalen Kontrolluntersuchung bei meinem Zahnarzt war, wurde festgestellt, dass mein linker unterer Weisheitszahn – nachdem er sich über Jahre kaum bewegt hat – nun doch gewachsen war, aber leider so, dass er dabei auf den letzten großen Backenzahn drückt. Um spätere Komplikationen zu vermeiden, riet mir mein Zahnarzt zur Entfernung beider Weisheitszähne auf der linken Kieferseite. Glücklicherweise wachsen die Weisheitszähne auf der rechten Seite gerade aus dem Kiefer und verursachen keine Probleme, weshalb sie nicht entfernt werden müssen.

Nach dem Termin war ich natürlich etwas aufgeregt – wer lässt sich schon gerne Zähne ziehen?! Ich habe dann aber mit Freunden und Familie gesprochen und ihre überwiegend positiven Erfahrungen haben mir meine ersten Bedenken mindern können. Als ich dann im Internet ein wenig recherchiert habe, bin ich auch auf diese Seite gestoßen und habe sie als große Hilfe empfunden, gerade was die Infos rund um die OP und die Zeit danach angeht. Der Eingriff sollte dann Anfang März 2022 stattfinden – ich hatte also noch etwas Zeit, um mich darauf vorzubereiten. Ich habe in dieser Zeit auch versucht, möglichst keine negativen Erfahrungsberichte zu lesen, da ich mich nicht verrückt machen wollte. Ich entschied mich aber für eine Sedierung, da ich möglichst wenig von dem mechanischen Werkeln mitbekommen wollte und eine Vollnarkose für zwei Zähne für mich nicht in Frage kam und auch mein Zahnarzt davon abriet.

Am OP-Termin selbst habe ich morgens noch in Ruhe gefrühstückt und mich danach mit leichter Anspannung auf den Weg zum Zahnarzt gemacht. In der Praxis selbst wurde ich nach kurzer Wartezeit durch die Arzthelferin ins OP-Zimmer gebracht. Durch ihre freundliche Art hat die Arzthelferin mir meine Sorgen und Bedenken ein Stück weit genommen und meine anfängliche Nervosität legte sich ein wenig. Als der Zahnarzt dann ins Zimmer kam, haben wir noch kurz über den bevorstehenden Eingriff gesprochen, bevor er mir zwei Betäubungsspritzen setzte. Diese waren auch überhaupt nicht unangenehm; ich habe nur ein leichtes, kurzes Piksen gespürt. Während die Wirkung der Betäubung anfing, legte mir die Arzthelferin die Maske für die Lachgassedierung an und begann mit der Lachgaszufuhr. Nach wenigen Minuten merkte ich die Wirkung: mir wurde angenehm warm, mein Puls normalisierte sich und ich fühlte mich wie im Dämmerschlaf, konnte aber noch ganz normal reagieren und mich bemerkbar machen.

Nach etwa fünf Minuten kam der Zahnarzt wieder ins Zimmer und begann mit dem eigentlichen Eingriff. Von diesem habe ich einerseits dank der Betäubung und Sedierung nur ein Ruckeln und Drücken an den jeweiligen Zähnen mitbekommen, andererseits ging es auch sehr schnell, sodass beide Zähne nach nicht einmal drei Minuten gezogen und die Wunden vernäht waren. Ich war selbst etwas überrascht, dass es so schnell ging! Der Zahnarzt bestätigte mir dann aber, dass sich beide Zähne ohne Probleme ziehen ließen und dass nur die Wunde des unteren Zahns vernäht werden musste. Nach dem Eingriff musste ich noch etwa fünf Minuten im OP-Zimmer warten, bis die Sedierung auslief und konnte danach mit einer Krankschreibung für drei Werktage (Mittwoch bis Freitag) und einem Rezept für Schmerzmittel die Praxis verlassen – insgesamt war ich etwa eine halbe Stunde vor Ort, inklusive Wartezeit und Eingriff sowie Abholung der Krankschreibung!

Nach der OP habe ich mich zu Hause hingelegt und direkt mit dem Kühlen angefangen (Intervall von etwa 20 Minuten kühlen und 20 Minuten Warten, dann wieder kühlen). Nach ein paar Stunden ließ die Betäubung so weit nach, dass ich etwas Wasser trinken konnte. Nach etwa vier bis fünf Stunden musste ich das erste Mal Schmerzmittel nehmen, da sich die Schmerzen bemerkbar machten. Abends habe ich dann eine lauwarme Kartoffel-Karotten-Suppe und Soja-Pudding gegessen und weiterhin stilles Wasser getrunken. Vor dem Schlafengehen habe ich vorsorglich noch eine Schmerztablette genommen und nach der ganzen Aufregung sehr gut geschlafen.

Am zweiten Tag und dritten Tag nach der OP habe ich Suppe, Kartoffelpüree und Rührei und zwischendurch auch Früchtebrei gegessen und zur Abwechslung Salbei- und Kamillentee zusätzlich zum Wasser getrunken. Da die Schwellung in der Backe ab dem zweiten Tag zunahm und meine Backe etwas dicker wurde, habe ich weiter intervallartig gekühlt und mich allgemein geschont. Schon ab dem dritten Tag wurde die Schwellung nicht dicker, ab dem vierten Tag nahm sie auch langsam ab. An diesen Tagen habe ich mit einer weichen Zahnbürste die Zähne geputzt, ohne die Wunden zu berühren. Das hat auch gut und ohne Nachbluten funktioniert.

Am vierten und fünften Tag nach der OP konnte ich schon wieder Nudeln und Suppen mit Gemüsestückchen essen und habe mir dann auch eine Tasse Kaffee gegönnt. Insgesamt habe ich mich an diesen Tagen schon besser gefühlt und auf die Schmerzmittel verzichtet, da ich keine nennenswerten Schmerzen hatte – ich habe eher gemerkt, wie der Kiefer „arbeitet“, aber das war erträglich. Glücklicherweise haben die Wunden auch nicht nachgeblutet. Mit dem sechsten und siebten Tag habe ich mich auch wieder an Brot und Brötchen herangetraut, was auch problemlos ging.

Die Nachkontrolle und das Fäden ziehen waren am zehnten Tag nach dem Eingriff fällig. Hierbei hat mein Zahnarzt mir bestätigt, was ich schon erahnt habe: Alles ist gut gelaufen, beide Wunden sind gut zugeheilt und ich kann wieder normal essen und darf auch wieder Sport machen. Das Ziehen der Fäden war überhaupt nicht unangenehm und ich habe die Praxis zufrieden und mit einem Lächeln verlassen.
Insgesamt muss ich sagen, dass ich mir die OP und die Folgen wesentlich schlimmer vorgestellt habe – was aber vielleicht auch daran liegt, dass man viele Horrorgeschichten hört und sich davon ein wenig verrückt machen lässt! Unterm Strich war es aber völlig unnötig und ich bin jetzt froh, dass die Zähne raus sind und keine Probleme mehr machen werden! Auch wenn es vielleicht leichter gesagt als getan ist: Versucht am besten, ganz neutral an die ganze Sache dran zu gehen und glaubt auch den positiven Berichten. Am Ende des Tages ist es ein Routineeingriff und Euer Zahnarzt möchte ja auch Eure Zahngesundheit sicherstellen 😉 Wer trotzdem Bedenken hat, aber keine Vollnarkose braucht oder machen möchte, kann über die Lachgassedierung nachdenken. Diese ist deutlich günstiger (in meinem Fall ca. 65,- €) und sorgt dafür, dass man dank des Dämmerschlafs entspannter beim Eingriff ist und weniger vom Werkeln des Zahnarztes mitbekommt 😉

Ich wünsche allen, denen die OP bevorsteht, einen guten und möglichst problemlosen Eingriff sowie eine gute und schnelle Besserung und hoffe, dass mein Bericht dazu beitragen kann, Euch die Angst vor der OP zu nehmen!



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