Nina, 19: Nicht ganz so schlimm wie erwartet | Weisheitszahn-OP.de

Nina, 19: Nicht ganz so schlimm wie erwartet

Nina, 19: Nicht ganz so schlimm wie erwartet

Vor einigen Monaten hat mir mein Kieferorthopäde mitgeteilt, meine vier Weisheitszähne müssten alle entfernt werden, da sie sonst die über Jahre mit diversen Zahnspangen korrigierten Zähne wieder verschieben könnten. Meine Begeisterung hielt sich natürlich in Grenzen – ich werde schon panisch, wenn ich mir bloss vorstelle, wehrlos auf einem OP-Tisch zu liegen… Auch all die blutigen Schauergeschichten aus dem Bekanntenkreis trugen nicht gerade zu meiner Beruhigung bei.

Letzten Freitag war es dann also soweit; ich hatte einen Termin bei einem spezialisierten Gesichts- und Kieferchirurgen. Die Tage vor der Operation hatte ich damit verbracht, mich im Internet über mögliche Komplikationen zu informieren (definitiv nicht empfehlenswert!), weshalb ich vor dem Eingriff zitternd und angsterfüllt im Wartezimmer sass. Zum Glück war meine Mutter mitgekommen und wartete auch während der Operation im Wartezimmer auf mich.

Als ich dann schliesslich auf dem Behandlungsstuhl sass und die Assistentin des Chirurgen alles für die OP vorbereitete, flossen bei mir plötzlich die Tränen. Ich schämte mich furchtbar, doch ich konnte sie einfach nicht zurückhalten. Naja, glücklicherweise waren sowohl die Assistentin als auch der Chirurg selbst ausgesprochen nett, weshalb ich mich wieder einigermassen beruhigte (auch der mitgebrachte iPod half).

Nachdem alles mit sterilen Tüchern abgedeckt war, folgten die sechs Spritzen. Ich hatte eigentlich nicht gedacht, dass diese besonders schmerzhaft sein würden, doch ich hatte mich getäuscht! Die Spritzen waren mit Abstand das Schlimmste an der ganzen OP, ich versuchte, mich auf die Musik zu konzentrieren und die schrecklich stechenden Schmerzen zu verdrängen, doch dies war schlicht und einfach unmöglich.

Als dann nach einer gefühlten Ewigkeit das Taubheitsgefühl endlich einsetzte, begann der Chirurg mit der Entfernung des Zahns unten links. Am unangenehmsten waren die Geräusche und der Geruch (erinnerte mich stark an eine Bastelstunde in der 4. Klasse, als wir aus Tierknochen Anhänger und Fingerringe hergestellt hatten…), der Zahn war aber relativ schnell entfernt, weshalb sich meine Angst etwas legte.

Auch oben links ging die Entfernung schnell und ohne Komplikationen über die Bühne, weshalb ich ziemlich überrascht und sofort auch wieder panisch war, als ich während der Entfernung des dritten Zahns plötzlich ein unangenehmes Ziehen verspürte. Ich machte den Chirurgen darauf aufmerksam, woraufhin er noch zweimal nachspritzte und danach unter grösster Kraftanstrengung auch Nummer drei entfernen konnte.

Als die Assistentin mit einer kleinen Nadel meine Lippe berührte, um zu überprüfen, ob die Betäubung noch immer anhielt, war sie ziemlich erstaunt, als ich ihr mitteilte, ich könne die Berührung sehr wohl spüren. Der Chirurg spritzte also nochmals nach, leider ohne Erfolg, da sich noch immer kein komplettes Taubheitsgefühl eingestellt hatte. Mir wurde daraufhin mitgeteilt, es sei leider nicht möglich, nochmals eine Spritze zu setzen, die „toxische Höchstgrenze“ sei schon erreicht.

Verzweifelt bat ich den Zahnarzt, doch bitte eine Ausnahme zu machen und nochmals eine Ampulle zu spritzen, da ich unter keinen Umständen die ganze Prozedur nochmals über mich ergehen lassen wolle. Leider umsonst, es war scheinbar zu gefährlich, noch eine Spritze zu setzen. So verliess ich die Praxis also nicht ohne Weisheitszähne, sondern mit dem Wissen, in einigen Monaten nochmals auf dem Behandlungstisch platznehmen zu müssen.

Zuhause legte ich mich sofort aufs Sofa und wartete darauf, dass die Schmerzen einsetzten. Dies war aber nicht der Fall; bis heute (3. Tag nach der OP) sind die starken Schmerzen ausgeblieben (ich nehme natürlich 3-4 Schmerztabletten pro Tag). Auch die gefürchteten Blutergüsse sind bis jetzt glücklicherweise noch nicht aufgetreten, mein Gesicht ist bloss etwas geschwollen (von meiner Familie werde ich nur noch Hamster genannt), Nachblutungen gab es ebenfalls keine. Auf meine heissgeliebten Vollkorn-Cracker muss ich wohl noch eine Weile verzichten, ich ernähre mich momentan von Milchshakes, Joghurts, Fruchtbrei und Gemüsesuppe.

Ich bin von den Schmerztabletten ziemlich müde und schlapp; glücklicherweise habe ich noch eine Woche Ferien, denn mit dem geschwollenen Gesicht möchte ich das Haus definitiv nicht verlassen. Ich hoffe nun, dass es nicht allzu lange geht, bis der Heilungsprozess abgeschlossen ist.

Alles in allem war die OP also weniger schlimm als erwartet; wäre da nicht die Tatsache, dass nur drei Zähne entfernt werden konnten, würde ich sogar von einem „perfekten“ Eingriff sprechen. An alle, die solche Angsthasen sind wie ich: sooo schlimm ist die OP also nicht, natürlich ist es nicht gerade toll, aber man darf sich von all den Horrorgeschichten nicht allzu stark beunruhigen lassen.



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