Kimberly, 20: Viel Stress um Nichts dank Sedierung mit Dormicum (ausführlich)

Kimberly, 20: Viel Stress um Nichts dank Sedierung mit Dormicum (ausführlich)

Ich bin ein Angstpatient, das sage ich mal vorweg.

Mein Zahnarzt hat mir seit über einem Jahr geraten, meine zwei unteren WZ rausnehmen zu lassen, weil da einfach kein Platz war. Da man die Zaähne aber noch nicht sehen konnte und ich ein Angsthase bin, habe ich das ewig aufgeschoben. Die WZ sind dann also gewachsen, auch ohne Schmerzen. Aber sie waren total schief, es hing immer Essen drin und Mitte diesen Jahres fing es dann doch an, weh zu tun. Da ich eh Zeit hatte, dachte ich, mir sie besser jetzt ziehen zu lassen bevor sie sich entzünden.

Mein Zahnarzt hat mich dann zum Kieferchirurgen überwiesen. Der hat sich das ganze auch nochmal angeguckt und geröngt. Er meinte auch, dass die rausmüssten. Da ich total Angst davor hatte, meinte er ich solle mich mit Dormicum sedieren lassen. Der Spaß kostete ca. 70€, aber das war es mir wert. Er hat dann meine ganzen Fragen geklärt und mir für einige Wochen später einen Termin gegeben.

Wieder zuhause habe ich mich dann vorbereitet. Hier mal eine kleine Liste, was ich so brauchte:

  • Weiche Kinderzahnbürste
  • Antibakterielle Mundspülung aus der Drogerie
  • Kamillentee zum Trinken/Spülen (entzündungshemmend)
  • Apfelmus + Haferschleim zum Frühstück
  • Ganz viel Suppe
  • Kühlpacks
  • Wasser (Sprudel, Softdrinks, koffeinhaltiges schlecht für Wunde!)

Da ich gut vorbereitet war, ging die Angst bei mir etwas zurück. Am Tag der OP hatte ich meinen Termin erst um 14 Uhr. War aber kein Problem: Bei einer Sedierung muss man nicht auf nüchternen Magen kommen. Ich ging also in die Praxis und musste fast gar nicht warten. Kam direkt in einen Behandlungsraum, wo Arzt und Assistenting mich nett begrüßten. Sie fragten, ob alles okay sei und haben mir gut zugesprochen. Ich lag dann auf dieser typischen Zahnarzt-Liege und musste an einem Arm die Hand auf und zu machen, damit der Arzt die richtige Stelle für die Nadel der Sedierung findet. Sobald er das reingestochen hat, hat er angefangen meinen Mund zu desinfizieren und zu betäuben und mir weiter gut zuzureden. Bevor mir überhaupt irgendein Gerät in den Mund gesteckt wurde, war ich schon am pennen.

Bei Dormicum bekommt man sehr wenig mit, selbst das Einschlafen ist kaum bemerkbar. Man ist total relaxed und bekommt nichtmal die Augen auf, alles ist wie im Traum. Ab und zu habe ich den Arzt sagen hören: „Mund weit aufmachen, bitte,“ oder habe ein leichtes Geräusch/einen leichten Druck bei der Entfernung der WZ gespürt. Aber das war alles.

Nachdem der Arzt fertig war nach einer Stunde wurde mir geholfen in den Aufwachraum zu gehen. Anscheinend habe ich von da meine Mama (Begleitperson) angerufen, aber ich kann micht nicht dran erinnern. Ich lag da mehr als eine Stunde mit Wattebäuschen im Mund und Kühlpacks. Habe so mehr oder weniger geschlafen. Irgendwan kam eine Assistentin und wechselte die Watte aus bevor ich nochmal zum Röntgen musste. Meine Mama war dann schon da und bereit mich abzuholen. Nach dem Röntgen bekam ich noch einen Merkzettel und Rezepte. Ich konnte da schon echt gut laufen, mir war kaum schwindelig.

Zuhause habe ich noch etwas weiter geschlafen. Gegessen habe ich erst recht spät, da die Betäubung erst nachlassen musste und man auch 2 Stunden noch auf Watte beißen muss wegen der Blutung. Essen war schwer und ich hatte keinen Hunger, wollte nur schlafen. Zahnschmerzen kamen erst nach ein paar Stunden, aber mir wurden Ibu 600 verschrieben (und Antibiotikum, 3 pro Tag frür eine Woche) , war also erträglich. Man kühlt eigentlich die ganze Zeit, das half auch.

Als ich mir die Zähne putzte fing die Wunde nochmal an, zu bluten. Mir war auch sehr schwindelig und ich kippte fast um. Aber das ist normal. Ich habe auch erhöht geschlafen, damit man sich nicht ausversehen am Blut verschluckt oder so. Watte sollte man Nachts nicht drin lassen aus dem selben Grund.

Am nächsten Tag gabs schon keine Blutung mehr und Zahnschmerzen waren minimal. Hatte immer noch wenig Hunger und ich fühlte mich schwach. Aß trotzdem und spülte danach immer mit Kamillentee den Mund. Lag viel im Bett und kühlte.

Am nächsten Tag ging es mir viel besser. Kein Schwindel, keine Zahnschmerzen, alles in Ordnung. Aber ich fühlte mich noch etwas schlapp. Hier war auch die Schwellung am größten.

Am 4./5. Tag konnte ich auch schon etwas kauen, aber nicht viel. Das einzige Problem hier war, dass ich immer wieder migräne-ähnliche Kopfschmerzen bekam. Ansonsten war alles paletti. Ich merkte kaum noch, dass ich überhaupt eine Wunde im Mund habe. Nur beim niesen ziepte manchmal was.

Mein Arzt hat mir die Fäden schon am 7. Tag gezogen, weil meine Wunde so gut verheilt war. Das tat dann nochmal etwas weh.

Zusammenfassend kann ich wirklich sagen, dass ich mir viel zu viele Sorgen gemacht habe. Wenn man sich sedieren lässt, bekommt man halt echt nichts mit. Und die Schmerzen danach sind gut erträglich. Nur die Essensbeschränkungen sind etwas nervig und man fühlt sich schlapp. Aber solange man die Anweisungen des Arztes befolgt, ist die WZ-Op wirklich nicht so dramatisch, wie man es manchmal liest.



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