Karl, 26: Die Sorge vor der OP war völlig unbegründet

Karl, 26: Die Sorge vor der OP war völlig unbegründet

Hallo Ihr Lieben,
ich habe vor 4 Tagen den Eingriff machen lassen und kann berichten.
Da ich ein totaler Zahnarzt-Schisser bin und gerne Termine aufschiebe, war ich vor der OP sehr aufgeregt und habe mir Gedanken gemacht, wie lange ich wohl Schmerzen haben muss und wie ich am besten reagiere und welche Mittel ich nehme. Natürlich habe ich hier auch viel gelesen, teilweise Horrorgeschichten – die bleiben ja doch eher im Hinterkopf als die positiven Berichte.

Nun gut. Es mussten 3 Zähne raus, unten links und oben beide.
Laut Röntgenbild und Chirurgin lagen die oberen beiden leicht zu entfernen und der untere mittelschwer.
Ich habe mich in einem Anfall von Mut für die Lokalanästhesie entschieden.
Die Chirurgin hat dann die oberen Zähne von innen und außen betäubt mit einer Spritze. Das war nicht schmerzhaft, nur ein kleines Pieksen, wirklich absolut harmlos. Für den unteren Zahn musste sie 3 mal ansetzen. Davor hatte ich dann Angst, allerdings ging das auch sehr schnell und man hat kaum was gespürt. Sie meinte ich soll mich entspannen und warten, bis die Betäubung richtig wirkt. Alles war gut, mir wurde nicht schwummerig und alles war richtig taub.

Der eigentliche Eingriff ging dann bei den oberen Zähnen los und das war der absolute Wahnsinn.
Erster Zahn innerhalb von 3 Minuten draußen. Ich habe absolut keine Schmerzen gehabt.
Zweiter Zahn innerhalb von 3 Minuten draußen, keine Schmerzen.

Bei dem dritten (unteren) Zahn war es allerdings etwas langwieriger, weil er im Lingualbogen hinter dem letzten Backenzahn verkeilt lag, was die Chirurgin erst richtig sag, als sie den Zahn vor sich hatte – das Röntgenbild ließ einen vermuten, dass es ein noch recht gut entfernbarer Zahn ist – und dann anfing lange zu Bohren. Sie hat während der OP gesagt, dass es der am schwersten zu entfernende Zahn ihrer Karriere war und, offen gestanden, sah die Frau auch nicht mehr besonders jung aus. Als gebohrt wurde, kam sie dem Kiefernerv schon nahe, wo ich dann auch Schmerzen gespürt habe, allerdings war sie sehr behutsam und immer, wenn ich einen Laut gegeben habe, hat sie den Bohrer abgesetzt. Die Schmerzen waren absolut aushaltbar. Nach 20 Minuten war der Zahn dann draußen, alles vernäht und ich konnte gehen.

Zuhause habe ich dann 3h nach der OP etwas gespürt. Der Schmerz war sehr dumpf und ganz leicht pochend. Ich hatte die Auflage Ibuprofen 600 zu nehmen. Da ich aber künstlichen Arzneimitteln mit solch einer verheerenden Wirkung gegenüber abgeneigt bin, wollte ich erst abwarten, wie schlimm die Schmerzen sind und im Notfall eine einwerfen. 5h nach der OP waren die Schmerzen voll da. Allerdings waren es für mich sehr gut aushaltbare Schmerzen, nicht wirklich stark und sehr dumpf, keine ziehenden Schmerzen. Die Hauptprobleme waren eher, dass das Schlucken akute Schmerzen bereitete und ich den Mund kaum öffnen konnte, weil mein Kiefer noch gestresst war vom langen Aufhalten. Ibu habe ich also überhaupt nicht genommen.

Und jetzt kommt´s: Um 23, 9h nach der OP waren die Schmerzen fast weg! Ohne Mist, ich konnte es selbst nicht glauben. Ich hab einen seeligen Schlaf genossen und am nächsten Morgen war meine Kiefersperre auch schon fast gelöst.
Am Abend habe ich schon wieder feste Nahrung zu mir genommen.
Ich habe kein einziges Mal gekühlt, überhaupt keine Maßnahmen irgendwelcher Art vorgenommen (keine Mundspülung, kein Kamillentee, gar nichts) und schon gar keine Pillen eingeworfen.

Nun, 4 Tage nach der OP ist die Schwellung an der Wange fast weg und ich hab absolut keine Schmerzen mehr. Bald kommen die Fäden raus und dann sollte sich das alles erledigt haben (Milchprodukte nehme ich natürlich noch nicht zu mir).

Ich hoffe Euch Mut zu machen, es ist wirklich kein Thema so eine OP. Geht aber zu einer renommierten Kieferchirurgie, dann sollte es passen.
LG



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