Rosina, 22: 4 Zähne in örtlicher Betäubung - nicht schlimm, nur nervig. | Weisheitszahn-OP.de

Rosina, 22: 4 Zähne in örtlicher Betäubung – nicht schlimm, nur nervig.

Rosina, 22: 4 Zähne in örtlicher Betäubung - nicht schlimm, nur nervig.

Hallo liebe Weisheitszahn-Community, ich würde gerne meine Erfahrungen zu meiner OP mit euch teilen. Vielleicht schaffe ich es, euch Ängste zu nehmen und euch auf eure OP vorzubereiten.

Davor:
Bei mir war schon vor 4 Jahren klar, dass meine unteren Weisheitszähne so sehr nach innen zum vorigen Backenzahn geneigt sind, dass sie wohl nie gerade kommen würden. Ich hab die OP lange herausgezögert und schön auf meinem Zahnfleisch herumgekaut, bis mein Zahnarzt mich dann leider zum Kieferchirurgen geschickt hat. Es wurde ein Vorgespräch geführt, wo mir erklärt wurde, wie alles abläuft und welche Narkosemöglichkeiten es gibt. Ich hab einen Termin ausgemacht und ein Beutelchen mit Medimamenten (ich glaub es war ein Antibiotikum und noch irgendwas) bekommen, was ich eine Stunde vor der OP einnehmen sollte.
Da ich Betäubungsspritzen absolut furchtbar in Erinnerung hatte, wollte ich etwas Bedenkzeit haben, ob nicht doch der Dämmerschlaf ne gute Idee wäre. Allerdings zahlt die Krankenkasse dafür nicht, ich hätte 100€ zahlen müssen. Nachdem ich aber einige gute Berichte von Freunden und auf dieser Seite über die örtliche Betäubung gelesen hatte und etwas knapp bei Kasse war, entschied ich mich, frisch und motiviert, mir alle 4 Zähne unter örtlicher Betäubung ziehen zu lassen. Ich hab mir gesagt: 40 Minuten kann ich noch aushalten.

Die OP:
Am Tag selbst hab ich ausgeschlafen und sattgegessen in die Praxis gefahren – ich rate euch: esst euch davor nochmal so richtig satt und schlaft aus, beides werdet ihr erstmal nicht so häufig haben. In der Praxis wurde nochmal ein CT gemacht (das leider auch nicht von der Krankenkasse übernommen wurde, obwohl es für die OP notwendig war. Es war unklar, wie nah die unteren Zahnwurzeln am Gesichtsnerv liegen), dann ging es ab in den OP, im 6. Stock mit schönster Aussicht über die Stadt. Zunächst wurde ein Betäubungsgel aufgetragen, um die Einstiche von den Spritzen abzuschwächen. Dann wurde gespritzt, 2-3 Stiche pro Zahn. Ja, es war unangenehm, aber nicht unerträglich und absolut auszuhalten. Dann ging es auch recht schnell los mit der OP. Ich habe mir Musik in die Ohren gelegt um die Geräusche nicht zu hören (was nur so mäßig funktionierte, da ich ständig Anweisungen bekam und die Geräte zu laut waren) und die Augen geschlossen.

Mund auf, und los! Ich war erstaunt, wie schnell die oberen Zähne gezogen waren. Gemeinsam mit dem Vernähen waren es nur ca. 5 Min. Die unteren Zähne waren da scbon langwieriger, da sie schräg lagen und nur durch Auseinanderbrechen herausgenommen werden konnten. Es wurde quasi im Wechsel immer der Zahn angefräst und dann gebrochen – beides tat nicht weh, aber es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn im Mund etwas laut knackt und du weißt – das ist gerade mein Zahn. Auch hier wurde genäht, ich durfte auf so Stoffdinger beißen, hab noch was zum kühlen bekommen und durfte dann auch schon gehen. Schmerzen hatte ich wirklich zu kaum einem Zeitpunkt während der OP, das einzig unangenehme war das Brechen der Zähne und das Wissen, was gerade in deinem Mund geschieht. Die 100€ waren in meinem Fall also gut gespart. Wenn du keine zu große Angst hast und dir eine Narkose überlegst: die Schmerzen während der OP sind wirklich minimal, es ist eben einfach etwas unangenehm. Du kannst eine menge Geld sparen 😉

Danach:
Ich weiß, es ist bei jedem anders – aber ich hatte glücklicherweise so gut wie keine Schwellungen und keine Blutergüsse o.ä. Der Hamster blieb also aus, zum Leidwesen meiner Familie, die ihn gern erlebt hätten. Vielleicht lag es daran, dass ich von Beginn an gut gekühlt hab (auch Nachts, mit einem Schal um den Kopf und einer Kühltruhe neben dem Bett). Mit dem Schmerzen danach sah es anders aus. Der Tag der OP selbst war voll in Ordnung, den Tag darauf hatte ich mit Ibu 600 so gut wie keine Schmerzen. Das einzige, was gestört hat, war, dass ich meinen Mund so schlecht aufbekommen habe, dass nicht einmal ein Teelöffel und schon gar keine Zahnbürste durchgepasst hat.

Die Schmerzen haben am 2. Tag nach der OP begonnen, und waren vor allem unten rechts – an der Wunde des Zahns, der am tiefsten drinne war. Ich bin morgens durch pochende Schmerzen im Unterkiefer aufgewacht und konnte erst am Leben teilnehmen, als nach ca. 1h die Ibu dann gewirkt hat. Nervig – ich wollte nicht durchgehend Mittel nehmen, aber anders ging es nicht wirklich. Wenn die Schmerzmittel gewirkt haben, war kaum mehr was zu spüren. Bei der ersten Nachkontrolle am 3. Tag nach der OP wurde mir von der Ärztin versichert, dass die Wunde sich nicht entzündet hat und die Schmerzen normal seien. Weniger wurden sie jedoch auch nicht in den folgenden Tagen. Antibiotika habe ich keine bekommen. Also: Ibu, vorsichtig essen, Spülen, Ibu usw. Was ich essen konnte, hing von den Schmerzen im Moment ab: Mal ging nur Suppe oder Porridge, mal konnte ich etwas Kuchen mümmeln, mal ging sogar etwas Toastbrot.

Genau eine Woche nach der OP wurden mir dann die Fäden gezogen. Das ist ein bisschen unangenehm, und nur dann schmerzhaft, wenn die Fäden, wie bei mir, etwas eingewachsen sind. Was jedoch gut war – denn die Schmerzen wurden danach schlagartig weniger. Der Nerv tat immer noch weh, laut Ärztin lag das daran, dass durch den fehlenden Zahn der Nerv etwas frei liegt und damit „friert“. Das erklärt auch die Schmerzen übers Ohr bis in den Kopf und in den Hals. Es hat dann noch 3 Tage gedauert, bis ich völlig schmerzfrei war.
Zurückgeblieben sind nur 4 große Löcher, in denen ich meine Reste von Weihnachtsplätzchen horte, die ich endlich wieder essen kann. Die Löcher wachsen hoffentlich aber auch noch zu.



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